Reise durch Böhmen und Mähren, Vysocina.

So viele Entdeckungen hätten wir in dem stillen Hochland nicht erwartet, wo sich Böhmen und Mähren verbinden: in den Hügeln der Vysočina kann man beschaulich wandern, an Teichen sitzen und in den Dörfchen sein Bier trinken. Wiesen, Wälder und Teiche formen diese Landschaft. Und dazwischen schmiegen sich kostbare Architektur-Perlen: die UNESCO-Orte Telč und Žďár oder die alten Städte Havlíčkův Brod und Jihlava. Kein Wunder, dass sich hier auch gern eigenwillige Künstler aufhielten: Jaroslav Hašek, Franz Kafka, Bohuslav Reynek, František Halas oder der Underground-Poet Magor. Auch bedeutende Musiker wie Gustav Mahler oder Johann Stamitz kommen aus diesem Landstrich, der seine Geheimnisse nur dem preisgibt, der offen ist für das wirklich Besondere.


Reisebegleiter sind Arthur Schnabl und Blanka Návratová.

Reisedaten:

Termine 2022
06.08. – 14.08. Es gibt noch freie Plätze

Reisepreis: 1.030 €
EZ – Zuschlag: 210 €

Frei = Frei Restplätze = Restplätze Ausgebucht = Ausgebucht

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Schon Karel Capek wusste, dass Telč den schönsten Marktplatz Tschechiens hat.

Manieristische Renaissancekunst im Schloss der Herren von Neuhaus

Ein Leben im Extrem: der alte Bauernhof des Ungerground-Poeten Magor

Die zwei verstehen sich: die Thayaquelle und unsere Reiseleiterin Blanka

Die klassizistische Synagoge in Třešť. Erinnerung an das mährische Judentum

Erinnerung an Franz Kafkas Besuche in Třešť

Ode an die Musik: Renaissanceinnenhof in Ihlava

Die geheimnisvolle Franziskanerkirche in Ihlava: eine wirkliche Entdeckung

Havlíčkův Brod ist eine ideale Station zur Erkundung der Vysočina

Eigentlich viel zu groß für das Dorf: die beeindruckende Burg von Lipnice

Haseks Tisch: hier wurde der Schwejk geboren

Wie vom Mond gefallen: die kubistische Barockkirche von Santini in Žďár

Die prallen Barockfresken in der Klosterkirche von Žďár

Teiche wie blaue Tropfen im grünen Meer der Böhmisch-Mährischen Höhen

Es macht Spass, mit kleinen Zügen die Landschaft zu erkunden

Und am Ende der Reise ein Zaubergarten der Poesie; zu Besuch bei dem Grafiker und Dichter Bohuslav Reynek in Petrkov

 

 

 

 

 

 

 

 

PROGRAMM

 

Sa.: Anreise in die bezaubernde UNESCO-Stadt Telč. Zum Beispiel über Prag gelangt man bequem nach Havlíčkův Brod, wo wir um 19 h auf die Zugankünfte warten. Ein Charterbus bringt uns in einer Stunde zum berühmten Markplatz in Telč . Wir wohnen dort im kleinen Hotel „Celerin”, es hat gerade mal Platz für uns. (Autofahrer können ihr Auto gleich in Havlíčkův Brod beim zweiten Quartier abstellen oder direkt zum Hotel in Telč kommen.)

So.: Die Rose im Wasser – Weltkulturerbe Telč. Als würde sie auf dem Wasser schwimmen: oft wird die Stadt Telč mit einer Seerose verglichen. Von den kunstsinnigen Herren von Neuhaus nach dem italienischem Renaissance-Vorbild ausgebaut, zeigt die Stadt aber auch ein vielfältiges barockes Gesicht. Im Schloss aber herrscht der Geist der Renaissance. Eine Besichtigung dieser verspielt manieristisch en Anlage ist ein besonderer Genuss. Von soviel Kunst erholen wir uns nachmittags auf einem Spaziergang durch die bezaubernde Wasserlandschaft (3 bis 4 km). Und eine quirlige Pfarrerin stellt sich gern den Fragen zur interessanten religiösen Geschichte dieser Region.

Unseco-Kulturerbe: Fassaden in Telc

Mo.: Underground in der Provinz – Magors Welt. „Magor“ nannten ihn seine Freunde, darunter auch Václav Havel. Er war ein Unangepasster, der sein freies Künstlerleben mit Gefängnis bezahlte.  Am besten lernt man ihn auf einer schönen Wiesenwanderung (flach und leicht, 12 km) zu seinem verfallenen Bauernhof im Dörfchen Prostřední Vydří kennen, wo er ein Hippie-Leben zelebrierte, als so etwas längst aus der Mode gekommen war. Wir kennen den Stein, unter dem die Schlüssel zu diesem wilden, kompromisslosen Leben liegen. Später werden wir noch sein überraschend spirituelles Grab besuchen.

HIER ein Link auf einen aufschlussreichen Bericht von Arthur Schnabl zu seiner Erkundungstour zum Hof Magors.

Dienstag: Besuch beim „Landarzt“ – Thayaquelle und Třešť. Mit dem Zug geht es in Richtung Třešť, wo Franz Kafka bei seinem Onkel, dem Landarzt Siegfried Löwy, vergnügte Ferien machte. Aber wir steigen schon vorher bei der Station Hodice aus: hier hat ein Lokführer ein putziges Mini-Bahnmuseum eingerichtet. Das eigentliche Ziel unserer 8 km-leichten Wanderung ist die idyllische Quelle der mährischen Thaya. Am Ende suchen wir in der erhalten gebliebenen Synagoge von Třešť nach den Spuren Franz Kafkas und seines Onkels. Überraschenderweise stellt sich dann auch noch der beliebte Kinderfreund Pan Tau ein, der uns alle in unserer Kindheit verzaubert hat.

Mi.: Schönheit mit Fehlern – Jihlava/Iglau. Das „Wahrzeichen“ Jihlavas ist leider das monströse sozialistische Kaufhaus auf dem Marktplatz. Unser Stadtbummel aber wird demonstrieren, dass es die Schönheit dieser Stadt nur teilweise verdecken kann. Renaissancehöfe und die geheimnisvolle Franziskanerkirche lassen das alte Iglau in einem ganz anderen Licht erscheinen. Später huldigen wir im „Gustav-Mahler-Haus“ noch der Musik. Der Komponist entstammte der deutsch-jüdischen Bürgerschicht Iglaus, die auch Autoren wie Ernst Sommer und Louis Fürnberg hervorbrachte. Dann mit dem Bus in unser zweites Quartier im Städtchen Havlíčkův Brod. Der alte Name „Deutsch-Brod“ erinnert an die deutsche Kolonisation. Den Abend verbringen wir mit einer Lesung im Buch-Café der Enkelin des Dichters Bohuslav Reynek.

Wanderung durch die Landschaft der Böhmisch-Mährischen Höhen nach Lipnice

Do.: Wo vor hundert Jahren Schwejk geboren wurde Wandern nach Lipnice. Der brave Soldate Schwejk wurde nicht etwa in Prag geboren, sondern im Dorf-Idyll Lipnice mit seiner grandiosen Burg. Und zwar ziemlich genau vor hundert Jahren. Hierher hatte sich sein geistiger Vater, Jaroslav Hašek, zurückgezogen. Im Wirtshaus „Zur böhmischen Krone“ vollendete er die unsterbliche Figur und starb dort selbst am Alkohol. Wir wandern auf beschaulichen Wegen durch die bezaubernde Landschaft der Böhmisch-Mährischen Höhen (10 km, leicht hügelig, aber einfach zu gehen), stoßen in seiner Kneipe auf den genialen Bohemien und Autor Hašek an und bringen ihm ein Bier ans Grab. Natürlich mit einer zwerchfellerschütternden Lesung.

 

Fr.: Geometrie zum Lob Gottes – Weltkulturerbe Žďár. Wie eine Ahnung des Kubismus wirkt die Wallfahrtskirche in Žďár nad Sázavou. Das Meisterwerk von Johann Blasius Santini-Aichl verbindet Barock und Gotik auf originelle Art. Ein geometrisches Spiel zum Lob Gottes. – Wir nähern uns der Kirche zu Fuß (5 km, flach), vorbei an Teichen, Höfen und seltsamen Figuren. Interessant ist auch das Kloster mit seiner Santini-Ausstellung und seinen lebensprallen Fresken. Der Weg zum Bahnhof führt dann durch eine andere Welt: das neue Žďár ist eine am Reißbrett geplante Industriestadt. Geometrie als Wirtschaftsfaktor. Was Santini wohl dazu gesagt hätte?

Sa.: Einfach poetisch – Das Gutshaus in Petrkov. Vormittags ein Spaziergang durch Havlíčkův Brod. Die hübsche Stadt, die einst Deutsch-Brod hieß, verdankt ihren heutigen Namen dem revolutionären Schroiftsteller Karel Havlíček Borovský. Aber auch Johann Stamitz, der Lehrmeister Mozarts, ist von hier. Seine Musik wird denn auch in einem reizenden Antiquariat auf einem alten Plattenspieler erklingen. – Am Nachmittag geht es mit einem Züglein nach Petrkov. Unser Ziel ist der alte Gutshof, wo der Dichter und Grafiker Bohuslav Reynek in völliger Bedürfnislosigkeit, aber mit hohem geistigem Anspruch lebte. Ob wir hineinkommen, wird vom tschechischen Kulturministerium abhängen, das diesen authentischen Literaturort seit neuestem verwaltet. Wenn, dann wird es ein besonderer Besuch. Danach unsere letzte Wanderung, an dem hübschen Flüsschen Ihlava (7 km, flach) zurück nach HB.

So.: Abreise nach dem Frühstück. Mit dem Direkt-Zug sind Sie in 2 Stunden in Prag; in 4 Stunden in Wien. Wollen Sie vielleicht noch ein paar Tage in einer der schönsten Städte Europas anschließen? Schauen Sie auf unsere Seite: Prag hautnah.

Reisebegleiter: Arthur Schnabl und Blanka Návratová.
Siehe auch: LiterArthurHommage in der TAZ, 20.4.2014

 

 

 

 

Leistungen

  • 8 Übernachtungen mit Halbpension
    (alle Zimmer mit Dusche/WC)
  • 2 engagierte und kompetente Reisebegleitungen
  • Alle Fahrten ab Havlickuv Brod bis Reise-Ende
  • Wanderführungen, Lesungen, Eintrittskarten
  • Ausführliches Karten-, Lese- und Infomaterial

 

 

 

Mindestteilnehmerzahl: 9 || Maximalzahl der Mitreisenden: 18

Bei gelbem Punkt (d.h. „nur noch wenige Plätze frei“) rechts neben Reisetermin findet die Reise sicher statt.
Um Ihnen (und Reiseleitern und Hotels) Planungssicherheit zu geben, informieren wir Sie möglichst frühzeitig, sobald wir absehen, dass wir die Mindestzahl evtl. nicht erreichen. Meist wird dies 2-3 Monate vor Reisebeginn sein. Unsere letzte Rücktrittsmöglichkeit bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl ist 3 Wochen vor Reisebeginn.

Reisedaten:

Termine 2022
06.08. – 14.08. Es gibt noch freie Plätze

Reisepreis: 1.030 €
EZ – Zuschlag: 210 €

Frei = Frei Restplätze = Restplätze Ausgebucht = Ausgebucht

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