Lesereise – /Kulturwandern / Literaturreise in Osteuropa / Schlesien / Troppau / Oder / Ostrau  / Eichendorff / Beethoven / Karl Kraus / M. Kundera / Ota Filip

Mährisch-Schlesien
Unter den Flügeln der schwarzen Adlerin

 

 

 

 

Mohnfelder und Kirschbaumalleen, Eisenwerke und Barockschlösser, Bunkerlinien und sanfte Flusstäler: Mährisch-Schlesien ist ein kontrastreiches Land. Es ist jener kleine Rest von Schlesien, der einst bei Österreich geblieben ist. Eine vergessene Kulturregion zwischen Preußen und Böhmen, heute Grenzgebiet zwischen Polen und Tschechien. Beethoven und Liszt haben hier komponiert und Eichendorff hat hier gedichtet. August Scholtis, ein Vorläufer von Günter Grass, Ota Filip und Milan Kundera haben die Geschichte(n) dieser Gegend geschrieben. Und heute kommen einige der interessantesten jungen Schriftsteller aus Ostrava. Vielfalt und Lebendigkeit zeichnen diese Region an der jungen Oder aus.

Reisebegleitung: Arthur Schnabl und Blanka Návratová
S. auch: LiterArthurHommage von Franz Lerchenmüller in der TAZ, 20.4.2014

 

Programm:

Lesereise in Osteuropa: Mährisch-Schlesien
Samstag: Anfahrt und Ankunft im Hotel „Iberia“  Treffen am Bahnhof Opava východ 19.30 h. Wir warten auf den Zug aus Prag/Ostrava. (Genaueres im Anschreiben.) Unser kleines Hotel ,,Iberia“ liegt im Zentrum von Opava, neben der eindrucksvollen Dominikanerkirche.

Lesereise in Osteuropa: Mährisch-Schlesien
Sonntag: „Appassionata“ – Schloss Graetz / Hradec. Mit dem Zug ins hübsche Graetz.  Hoch über dem Flüsschen Mohra / Moravice thront Graetz, das Stammschloss der europäischen Fürstenfamilie Lichnowsky. Dieser mährische Musensitz war eine wichtige Kulturinstitution in Mähren. Beethoven und Liszt waren zu Gast. Und der Kritiker Karl Kraus verfiel dem Charme der Schriftsteller-Fürstin Mechtilde.  Nach der Schlossführung hören wir im Park von der Rebellion der Kunst. Dann wandern wir in die reizende Umgebung, die vom Flüßchen Moravice geprägt wird (ca. 7km, hügelig).

Lesereise in Osteuropa: Mährisch-Schlesien
Montag: Das vergessene Heilbad Johannisbad. Mit dem Bus fahren wir durch kilometerlange Kirschbaumalleen ins Tal der Moravice. Bei Kruzberk windet sich das Flüsschen durch steile Schieferhänge. Wir wandern auf guten Wegen in den verfallenen Badeort Johannisbrunn /Jánské Koupele, wo schon Beethoven Heilung suchte (ca. 6 km, leicht hügelig). Heute stehen dort nur noch Ruinen, die Hotels und Quellhäuser sind verfallen, und das Heilwasser verläuft sich in Sumpfwiesen. Die Natur holt sich wieder, was ihr der Mensch abgerungen hat. So schön kann der Verfall sein! Im reizenden Weiler Bílá Holubice machen wir Pause und warten auf den Bus, der uns wieder nach Opava bringt.

Lesereise in Osteuropa: Mährisch-Schlesien
Dienstag: Das schlesische Wien – Opava / Troppau. Ein Bummel duch die einstige Hauptstadt Mährisch-Schlesiens. Im Gegensatz zur Kohlemetropole Ostrava war Troppau eine kultivierte Verwaltungsstadt mit Wiener Charme. Trotz der Kriegszerstörungen hat sich davon noch einiges erhalten: Höhepunkte sind die Dominikanerkirche, das Kaufhaus „Breda“ und das ,,Petr-Bezruč-Museum“.  Der Postbeamte Bezruč war ein heimlicher revolutionärer Dichter. Er hielt das soziale und nationale Elend der tschechischen Bergarbeiter in Gedichten fest und wurde nach 1948 zum sozialistischen Heros. Heute versucht das Museum diesem Erbe neue Wege zu weisen. Ein interessanter Besuch in einer vergessenen Kultstätte des Sozialismus. Ein „Museum im Museum“.

Opava Museum Petr Bezruc

Lesereise in Osteuropa: Mährisch-Schlesien
Mittwoch: O Täler weit o Höhn – Eichendorff in Lubovice. Nicht weit hinter der polnischen Grenze liegt auf einer Anhöhe das Stammschloss der Eichendorffs, Lubowitz/Lubovice. Der große Romantiker hatte zu seinem Geburtsort ein enges Verhältnis. Heute umweht die Backstein-Ruine immer noch ein Hauch von Wehmut. Umso enthusiastischer widmet sich das „Oberschlesische Zentrum Lubowice” dem Dichter und seinen Verehrern. Nach einem fröhlichen Mittag mit polnischem Essen geht es im Charterbus weiter nach Bohumín / Oderberg, wo wir stilgerecht in einem Wasserturm wohnen.

Lesereise in Osteuropa: Mährisch-Schlesien
Donnerstag: Grenzfälle – das Hultschiner Ländchen. Die bewegte Geschichte des Hultschiner Ländchens zwischen Preußen, Polen und Böhmen lässt sich noch an der Bunkerlinie ablesen, die diese sanfte Landschaft durchzieht. Wie eine Antithese zu dieser schwierige nund schwere Geschichte wirken da die zahlreichen heiteren Barockschlösser. Im Dörfchen Bolatize, im alten Hof von Herrn Burian beginnt unsere Wanderung zwischen Obstwiesen, Bunkern und Parks über die sanften Hügel einer vergessenen Landschaft (11 km, eben).

Lesereise in Osteuropa: Mährisch-Schlesien
Freitag: Götterdämmerung – Vitkovice und Ostrava. Wie eine moderne Kulisse zu Wagners Götterdämmerung erscheint das Eisenwerk Vítkovice. Als Besucher erleben wir hier zwischen rostfarbenen Hochöfen und Fördertürmen das Ende des Industriezeitalters. Heute ist der einstige Reichtum der Region nicht mehr viel wert. Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten hat sich die verkommene Metropole Ostrava / Ostrau wieder herausgemacht. Sie ist die lebendigste und innovativste Stadt Tschechiens. Nicht unbedingt schön, aber hochinteressant. Aber das können Sie nach unserem Stadtspaziergang selber besser beurteilen.

Lesereise in Osteuropa: Mährisch-Schlesien
Samstag: Schlangenlinien – die junge Oder Südwestlich von Ostrava, schon in Blickweite ihrer Schlote, hat sich ein eigenartiges und zauberhafes Wasserreich erhalten. Eine Landschaft aus Flußschleifen, Teichen und Schilfinseln: bei Studénka windet sich die junge Oder wie eine jener Ringelnattern, die hier ihr Dorado haben. Seerosenteiche, kleine Kanäle und weite Blumenwiesen bilden ein urtümliches und zugleich künstlich geformtes Naturreservat für Wasservögel, Fische und Mücken. Und das Schönste: Mittendurch, auf einem Damm, fährt die Bahn, so dass wir Wandern, Zugfahren und Einkehren wunderbar verbinden können (10 km, flach).

Lesereise in Osteuropa: Mährisch-Schlesien
Sonntag: Heimfahrt nach dem Frühstück 9.22 h (lt. Fahrplan 2019) geht ein Supercity von Ostrava. Er braucht nur knapp 3 Stunden nach Prag.

Opava. Das Zentrum mit dem eigenwilligen Rathausturm aus den 30er Jahren

Opava. Das Zentrum mit dem eigenwilligen Rathausturm aus den 30er Jahren

 

Wollen Sie vielleicht noch ein paar Tage in einer der schönsten Städte Europas anschließen? Schauen Sie auf unsere Seite: Prag hautnah.

Leistungen

  • 8 Übernachtungen mit Halbpension
  • alle Fahrten vor Ort
  • 2 Kompetente Reisebegleitungen
  • Lese- und Gesprächsabende
  • Eintrittskarten
  • ausführl. Karten-, Lese-, und Infomaterial

 

 

 

Maximalzahl der Mitreisenden: 18 || Mindestzahl der Mitreisenden: 7

Bei gelbem Punkt („ noch wenige Plätze frei“) findet die Reise sicher statt. Um Ihnen (und Reiseleitern und Hotels) Planungssicherheit zu geben, informieren wir Sie möglichst frühzeitig, sobald wir absehen, dass wir die Mindestzahl evtl. nicht erreichen. Meist wird dies 2-3 Monate vor Reisebeginn sein. Unsere letzte Rücktrittsmöglichkeit bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl ist 3 Wochen vor Reisebeginn.

Reisedaten:

Termine 2020
01.08. – 09.08. Nur noch wenige Restplätze vorhanden

Reisepreis: 820 €
EZ – Zuschlag: 170 €

Frei = Frei Restplätze = Restplätze Ausgebucht = Ausgebucht

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Schloss Graetz, Sitz der Fürstenfamilie Lichnowsky, war einst der Treffpunkt der Kulturelite des 19. Jahrhunderts

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Musik und Literatur bestimmten die Atmosphäre in Schloss Graetz

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Der Zusammenstoß zwischen Fürst und Komponist machte Graetz bekannt

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Die hübsche Moravica lädt zum Wandern ein

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Wandern an der Moravica

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Janske Lazne. Das verschwundene Bad

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Opava galt als schlesisches Wien.

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Die alte Kirchentür der St.Wenzelkirche in Opava

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Die Ruine des Eichendorff-Schlosses Lubovice ist ein Höhepunkt deutscher Romantik

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Der Wasserturm von Bohumin. Ein ungewöhnliches Quartier

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Alte Feldwege durchziehen das Hultschiner Ländchen

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Im Dörfchen Bolatice zeigen die Frauen ihre alten schlesischen Trachten

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Schloss Silerhovice

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Der Tschechische Wall. Zeugnis jüngerer Geschichte

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Ostrava erfindet sich neu. Auch mit einem großen Musikfestival.

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Das große Eisenwerk Vitkovice ist ein Besuchermagnet

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Wanderung an der jungen Oder

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Die junge Oder. Eine Wasserwelt ohnegleichen

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Die Junge Oder. Reich der Ringelnattern

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Ostrauer Bier, das Wichtigste nach der Wanderung

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