Literaturreise / Literarisch Reisen Osteuropa / Tschechien / Südmähren / Milan Kundera / Jan Skácel / Marie von Ebner-Eschenbach

Im Schatten des Holunders
Eine poetische Reise durch Südmähren

Natur und Literatur finden auf dieser Reise durch Südmähren auf einmalige Weise zueinander

Aufgepasst! Anläßlich des 100. Geburtstages des großen mährischen Poeten Jan Skácel nehmen wir unseren beliebten Reiseklassiker wieder ins Programm!

Mähren ist eine Reise ins bekannte Unbekannte. Es liegt gleich hinter Böhmen und ist doch ganz anders. Wir entdecken Brünn, Boskovice und Mikulov: bunte Städte und stille Dörfer, eingebettet in eine weiche Landschaft zwischen Wiesen und Weinbergen. Begleiten werden uns bekannte und vergessene mährische Dichter wie Marie von Ebner-Eschenbach, Hermann Ungar, Milan Kundera, Peter Härtling und natürlich Jan Skácel, der dieses Jahr seinen 100. Geburtstag feiern könnte. Eine Reise in die Stille und die Poesie.

Die Anforderungen Die drei Wanderungen sind nicht schwierig (12 und 14 km), erfordern keine Sportlichkeit, aber eine gewisse Kondition. Wir empfehlen Wanderschuhe und möglichst auch eine kleine Alu-Matte als Sitzunterlage. Denn wir werden auch im Freien lesen und lagern.
Reisebegleitung: Arthur Schnablund Blanka Návratová 

S. auch: LiterArthurHommage von Franz Lerchenmüller in der TAZ, 20.4.2014

Lesen Sie auch den Artikel unserers Reiseleiters Arthur Schnabl zu Brünn: „Die Verführungen einer Namenlosen“ in der FAZ.

Einen Artikel von Franz Lerchenmüller zu unserer Reise finden Sie in der ZEIT, mit dem schönen und treffenden Titel: „Erlesene Heiterkeit“

 

Reiseverlauf

Sa.: Anreise nach Brno / Brünn Hbf , wo sie die Reiseleiter gegen 17.00 erwarten. Genaueres im Anschreiben.) Transfer zur ersten Unterkunft, der ehemaligen Sommerresidenz der Obrowitzer Prämonstratenser im Dörfchen Křtiny / Kiritein. Gleich neben der Basilika des großen Barockkünstlers Giovanni Santini. Barock als spirituell-ästhetisches Erlebnis.

So.: Brünn – zwischen Tradition und Moderne. Ein Tag in Mährens vielseitiger Metropole ist natürlich viel zu kurz und eigentlich nur zum Schnuppern gedacht. Auf den großbürgerlichen Plätzen spürt man noch die engen Verbindungen zu Wien. Avantgarde und Tradition, Technik und Kultur bilden spannungsreiche Pole. Ein Stadtspaziergang vom Domhügel bis zum Krautmarkt zeigt das alte Brünn. Symbol der „Brünner Moderne“ dagegen ist die berühmte Villa Tugendhat von Mies van der Rohe. Eine Besichtigung gehört zu den Höhepunkten europäischer Architektur. Kein Wunder, dass in dieser Stadt mit Robert Musil und Milan Kundera gleich zwei wichtige literarische Analytiker der Moderne aufwuchsen.

Mo.: In den Schluchten des mährischen Karstes. Von unserem Dörfchen Křtiny erwandern wir an Bächen und Felsen entlang die Ur-Landschaft des Mährischen Karsts bis ins Dörfchen Adamov (11 km, meist flach mit leichten Anstiegen). Die reizvollen Täler und Schluchten waren schon in Urzeiten bewohnt. Am geheimnisvollen Stierfelsen erleben wir eine archäologisch-literarische Lesung. Nach einer erholsamen Wanderpause in einer kleinen Waldschenke stehen wir dann in Adamov dem neuen industriellen Mähren gegenüber. Und mitten in tristen Wohn- und Fabriksbauten wir erleben eine große spätgotische Sensation, denn Gott wohnt überall, auch wenn er sich verbirgt. Lassen Sie sich überraschen.

Di.: Rájec und Boskovice – Schloss und Ghetto. Eine ausgeprägte Adelsherrschaft und subtile jüdische Einflüsse prägten Südmähren. Unser Ausflug verbindet beide Sphären. Zunächst besuchen wir Schloss Rajec, dem kulturellen Zentrum der Familie Salm-Reifferscheid, wo Musen und Wissenschaft sich trafen. Neben Forschern und Technikern hatte hier der Wiener Dichter Ferdinand v. Saar ein langjähriges Sommer-Refugium, in dem er seine melancholischen Geschichten verfasste. Dank des vollständig erhaltenen Interieurs gewährt die Schlossführung einen ungewöhnlich authentischen Einblick in das Leben einer mährischen Adelsfamlie. Später wandern wir (3 km, kräftiger Anstieg) über den Burghügel ins Städtchen Boskovice, das dank seiner alten jüdischen Gemeinde als „mährisches Jerusalem“ bezeichnet wurde. Von hier stammt der Dichter Hermann Ungar, den manche mit Franz Kafka vergleichen. Wir besuchen das ehemalige Ghetto mit Synagoge, Mikwe und jüdischemFriedhof.

Mi.: Dorf- und Schlossgeschichten. Wir verlassen den Karst und fahren nach Süden, dorthin, wo Mähren am heitersten ist, ins Weinland an der Thaya. Unterwegs aber machen wir einen Umweg nach Osten und statten im vergessenen Schloss Zdislavice der großen Schriftstellerin Marie v. Ebner-Eschenbach einen Besuch ab, den Sie nicht vergessen werden. Das arg ramponierte Geburtsschloss wird gerade liebevoll renoviert. Unter der alten Blutbuche, in der schon Komtess Marie herumkletterte, werden wir uns ihre Erinnerungen anhören. Dann aber ohne Aufenthalt zu unserer nächsten Unterkunft, die mitten im alten Weinstädtchen Mikulov / Nikolsburg liegt. Unser Stadtspaziergang wird Sie bestimmt davon überzeugen, dass hier „die Häuser singen“ (Jan Skácel).

Die Pálava: der landschaftliche Höhepunkt Südmährens

Do.: Die zeitlose Poesie der Pollauer Berge. Eine wunderbare Wanderung: über die weißen Karsthügel der Pálava, durch Eichenwälder, vorbei an Weinbergen, Karsthängen, Burgruinen und fantastischen Ausblicken. Im Rucksack haben wir eine mährische Brotzeit und die Gedichte Jan Skácels. (13 km; mittelschwer.) Im hübschen Weindorf Pavlov / Pollau feiern wir dann auf der beschaulichen Weinterasse unseres Winzerfreundes Svatja den 100. Geburtstag von Jan Skácel mit Wein, Musik und Poesie. Ein Nachmittag außerhalb der Zeit.

Freitag: Fürstlich leben – UNESCO-Parklandschaft bei Lednice. In den Thayaauen bei Lednice / Eisgrub haben sich die Liechtensteiner eine einmalige Schlösser- und Parkanlage schaffen lassen. 1996 wurde sie mit dem UNESCO-Siegel ausgezeichnet. Mit einem Besuch dieser heiteren Kulturlandschaft beschließen wir die Erkundung Südmährens. Der Nachmittag in Mikuolv ist dann zur freien Verfügung. Wer noch Lust und Kraft hat, kann mit den Reiseleitern auf das „Heilige Berglein“ über der Stadt steigen, von wo man noch einmal einen eindrucksvollen Blick bis nach Österreich hat. Den Abend werden wir auf einer hübschen Weinterasse verbringen.

Samstag: Frühstück + Transfer gemäß allgemeinem Bedarf nach Breclav zu den Direkt-Zügen nach Wien bzw. Hamburg über Prag/Berlin. – Genaues im Anschreiben.

Reisebegleitung: Arthur Schnabl und Blanka Návratová
Siehe auch die LiterArthurHommage in der TAZ, 20.4.2014

Leistungen

  • 7 Übernachtungen mit Halbpension (alle Zi. mit Du/WC)
  • 2 kompetente Begleitpersonen
  • alle Fahrten von Brno bis Mikulov/Břeclav
  • Lese- und Gesprächsabende
  • Eintrittskarten
  • ausfühlriches Karten-, Lese- und Infomaterial

 

Mindestteilnehmerzahl ist 7 || Maximalzahl der Mitreisenden: 17

Bei gelbem Punkt („ noch wenige Plätze frei“) findet die Reise sicher statt. Um Ihnen (und Reiseleitern und Hotels) Planungssicherheit zu geben, informieren wir Sie möglichst frühzeitig, sobald wir absehen, dass wir die Mindestzahl evtl. nicht erreichen. Meist wird dies 2-3 Monate vor Reisebeginn sein. Unsere letzte Rücktrittsmöglichkeit bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl ist 3 Wochen vor Reisebeginn.

Reisedaten:

Termine 2022
24.09. – 01.10. Es gibt noch freie Plätze

Reisepreis: 970 €
EZ – Zuschlag: 210 €

Frei = Frei Restplätze = Restplätze Ausgebucht = Ausgebucht

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Termine 2022
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Vor hundert Jahren wurde der große mährische Poet Jan Skácel geboren

Die große Basilika im Dörfchen Křtiny von Giovanni Santini ist ein ästhetisches und spirituelles Wunder

Der mährische Karst ist eine wunderbare Wanderegion zwischen Bächen und Felsen

Die Felswände des Karsts waren schon zu Urzeiten besiedelt

Die Felslandschaft des mährischen Karstes

Mitten im Karst wartet in Adamov das spätgotische Meisterwerk des Zwettler Altars

Das alte Zentrum von Brünn: der Krautmarkt.

Die spätgotische St. Jakobskirche

Ikone der modernen Architektur: die Villa Tugendhat

Im Glashaus der Villa Tugendhat

Schloss Rajec: ein kulturelles Zentrum Südmährens

Der jüdische Friedfof von Boskovice im Abendlicht

Hier verbrachte die Schriftstellerin Marie v. Ebner-Eschenbach viele Sommer: Schloss Zdislavice

In der Gruft von Zdislavice ist sie begraben.

Ein kleines architektonische Wunder: die Stadt Mikulov

Die Pálava: eines der schönsten Wandergebiete Tschechiens

Wandern in der Pálava

Alte Burgen krönen die Kuppen der Pálava

Wunderbare Ausblicke: hier auf das Weindorf Pavlos am Mühlenstausee

Literatur und Wein: Treffen mit einem Winzer und Poeten in Pavlov

Schloss und Glashaus sind das Zentrum des Parkes in Lednice