Berlin | Radtour

Berlin & Umgebung mit dem Rad

Wie viel wunderschöne Naturlandschaft eine Metropole, wie Berlin, zu bieten hat, kann man am besten mit dem Rad entdecken. So finden wir samt der überall gegenwärtigen Kultur auch Naturidyllen und faszinierende Landschaft, die sonst kaum ein Tourist sieht. Auf unseren Touren übers Land und den Spazierfahrten durch die Stadt begegnen wir, neben origineller Kunst, auch ganz besonderen Persönlichkeiten.

Reiseleitung: Erwin Aschenbrenner, Astrid Giesen, Christoph Wagner-Neisinger – und Tagesreferenten vor Ort

Vorbemerkungen zu Programm und Anforderungen

Wir radeln zu einem großen Teil in der Natur: Wälder, Moore, Fließe, Seen draußen, riesige Parks und Uferwege an Spree, Havel und an unzähligen Kanälen auch im Innern der Metropole. Berlin entwickelt sich zudem gerade in seinen Kernbezirken zu einer Fahrradstadt mit mehr oder weniger breiten Radwegen auf vielen Haupt- und Nebenstraßen, verkehrsberuhigten Villen-Straßen und neuerdings immer mehr Fahrradstraßen insbesondere in Mitte, Kreuzberg, Prenzlauer Berg, Pankow …

ABER: Es ist dennoch unvermeidlich, dass wir manchmal – z.B. auf unseren Wegen zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten oder zu S-Bahn-Stationen – verkehrsreichen Situationen ausgesetzt sind: laute Straßen, komplizierte Kreuzungsübergänge, rennradelnde Profiraser, auf Radwegen liegen oft Scherben … Nicht alle U- und S-Bahnstationen, auf die wir angewiesen sind, haben Aufzüge. Zudem kann Reiseleiter Erwin bei dieser Tour nicht – wie sonst auf dem Land – einfache Varianten für individuelle Abkürzungen oder Rückwege anbieten.

ALSO: Die Anforderungen an Mitreisende sind höher, was flexible und zügige Verkehrstauglichkeit angeht. Bei eigenen Rädern sind unplattbare Mäntel wichtig. Mitreisende sollten ihre Räder über Stufen tragen können und sich zutrauen, mit den fahrradfreundlichen Verkehrsmitteln in Berlin (Tickets für den Berliner ÖPNV einschließlich Potsdam für Mensch und Rad sind im Preis) ggf. selbständig zum Hotel zurückzufinden. Auch zügiges Nachkommen und Mitdenken in komplexen Verkehrssituationen sind wichtig. Wer stehen bleibt wegen Fotos oder Spontanentdeckungen muss das in der Stadt zum Reiseleiter nach vorne vermitteln. Wobei wir natürlich oft bei sehenswürdigen Besonderheiten Pausen machen zum Rasten, Fotografieren , Staunen, passende Berlin-Lieder vorspielen … Oft nehmen wir uns auch Zeit zum Erschlendern einer Sehenswürdigkeit  (der Reiseleiter bleibt dann ggf. bei den Rädern).

Rundblick vom Hauptbahnhof "Hintereingang" Washingtonplatz Richtung dem Regierungsviertel (mittig erkennbar die kleine Kuppel ist das Reichstagsgebäude)

Ankunft Hauptbahnhof?: Erster Rundblick vom “Hintereingang” Washingtonplatz Richtung dem Regierungsviertel

Alle Fotos, außer den 3  Hotelfotos rechts, sind von Erwin Aschenbrenner oder Mitreisenden im September 2021

Unser Hotel Zarenhof am Prenzlauer Berg
liegt ruhig in einem weitläufigen aufgeräumten Hinterhof, in dem wir auch unsere Räder gut parken können.
https://www.hotel-zarenhof.de/hotel-zarenhof-berlin-prenzlauer-berg/

Eine U-Bahn- und Trambahn-Station ist 50 m vor der Hoteltüre, vom Hauptbahnhof sind es 15 Radminuten (oder 10 Minuten mit der Tram M10), 10 Radminuten (großteils auf weitgehend autofreien Fahrradstraßen) sind es ins Zentrum (z.B. zur S-Bahn am Hackeschen Markt und am Alexanderplatz). Und nur 3 Fußminuten sind es zur Kulturbrauerei, wo neben vielen „alternativen“ Sozial- und Kunstläden (Flohmarkt, Galerien, Theater, Cafés, Lebensmittel-Läden, DDR-Museum …) auch unser Partner Berlin-on-bike seinen Ausgangsort und seinen Rad-Fuhrpark (sehr guter Radverleih!) hat. Urige Kneipen, Biergärten und gehobene Restaurants z.B. in der nahen Kastanienallee und im ganzen Kollwitz-Kiez, ferner viele sehenswürdige Kleinode in Spaziernähe (Jüdischer Friedhof, die „Widerstands-Kirchen“ der 80er-Jahre Gethsemane und Zion, Mauer-Museum, Café Achteck, Galerien am Pfefferberg …), dazu der abends hochlebendige Mauerpark mit seinen Straßenmusikern gleich um die Ecke.

PROGRAMM – kurz:

An 4 von 6 Tagen sind wir ganztags unterwegs, fahren hinaus in den Norden, Südosten und Süden Berlins sowie weit nach Südwesten (Wannsee/Potsdam) und zumeist mit der S-Bahn zurück (bzw. hin). An 2 Vormittagen macht Berlin-on-bike eigens für uns dreistündige Führungen: ein Überblick zu Berlin-Mitte und das intensive Thema der Berliner Mauer können besser Experten vor Ort erläutern und erzählen. An zwei Nachmittagen bietet Erwin dann auf Wunsch gerne speziellere innerstädtische Touren (am Montag: Mitte-anders: Synagoge, Tacheles, Brecht-Grab, Biermann-“Studio”, Tiergarten, Kudamm …; am Mittwoch eine Runde vor der Hoteltüre: der andere Prenzlauer Berg zwischen Kollwitz-Kiez bis Wiesenburg) an.

Hier ein möglicher Plan, natürlich sind wir nach Wetter und Laune flexibel:

Sonntag Ankunft – Treffpunkt 18 Uhr abends im Hotel
Auf Wunsch und nach Absprache können wir Sie nachmittags z.B. 16 Uhr vom Hauptbahnhof abholen.
Für Radler versuchen wir dann den Gepäcktransport zum Hotel zu organisieren. Und machen eine schöne Einstiegstour per Rad vom Hintereingang des Hauptbahnhofes erst entlang der Spree durch das Regierungsviertel und zur Museumsinsel und weiter auf verkehrsruhigen neuen Fahrradstraßen hoch zum Hotel am Prenzlauer Berg. (Ca. 6 km, die aber wegen der Anhäufung an großen Sehenswürdigkeiten mindestens eine Stunde brauchen.)

Nah beieinander auf der Spree-Insel: Museen, Lustgarten, Dom, Schloss - dahinter der Fernsehturm (Alexanderplatz)

Nah beieinander auf der Spree-Insel: Museen, Lustgarten, Dom, Schloss – dahinter der Fernsehturm (Alexanderplatz)

1a Montag vormittags – „Berlin im Überblick“  (ca. 15 km)
In der Kulturbrauerei, 3 Fußminuten vom Hotel, können wir 9.30 h die Räder ausleihen (ca. 65 Euro für die 6 Tage) und starten 10 h mit der höchst lehrreichen Klassiker-Tour „Berlin im Überblick“ nach Berlin “Mitte” (bis 1989 großteils im Osten gelegen).
Die Geschichte Berlins vom Alten Fritz über die Nazi- und DDR-Prägung bis zur aktuellen Gentrifizierung soll Hauptthema sein.
Museumsinsel, Regierungsviertel, Brandenburger Tor, das umstritten-sanierte, Dezember 2020 eröffnete Stadtschloss, Holocaust-Denkmal, Dom …
https://berlinonbike.de/radtouren/radtour-berlin-im-ueberblick/

1b Montag nachmittags (15-25 km)
Anders durch Berlin Mitte – und vielleicht noch zum Kurfürstendamm
Der „Überblick“ konnte auch in Mitte nur einen Mini-Teil zeigen. Deswegen nochmals, aber anders und mit Erwin durch Berlin Mitte und ein Stück Westen, viel auf Fahrradstraßen und Parkwegen, dennoch eine Tour zwischen Ruhe und Trubel: Kurze Halts z.B. bei der Zionskirche, den Hackeschen Höfen, Synagoge, Brecht-Grab (und nahebei Hegel, Christa Wolf, Fritz Teufel, Egon Bahr … – ein Who is Who deutscher Geistesgrößen des. 19. und 20. Jahrhunderts.)
Wenn wir Zeit und Lust haben, radeln wir weiter auf schattigen Wegen, vorbei an ehrwürdigen Natur- und Kulturdenkmälern, 6 km sind es durch den Tiergarten bis zur Gedächtniskirche und Bahnhof Zoo am Ku’damm.
Zurück entweder mit der U2 direkt zum Hotel, oder per Rad: bei Direktweg vorbei an Schloss Bellevue und Kanzlerpark sind es nur ca. 10 km

2 Dienstag (40-50 km)
Berlins ländlicher Norden: Naturidyllen zwischen West- und Ost-Kultur
Vom Bahnhof Bornholmer Straße fahren wir mit der S8 raus aus Berlin Richtung Landkreis Oberhavel/Brandenburg. Ein kurzes Stück geht es dörflich zu einem eindrücklichen Abschnitt der Berliner Mauer, danach pendeln wir zwischen den Stadt-Bezirken Reinickendorf (West) und Pankow (Ost): teils am breit asphaltierten Mauerweg, teils auf Forstwegen und malerischen Wiesen- und Uferpfaden durch die Naturidyllen des Tegeler Fließ. Fast am Ende die Schönholzer Heide und die „Uferpromenaden“ der Panke, die uns ganz nebenbei durch weitere Schloss- und Volksparks und kleinstädtische Villenviertel mit Literatur- und Funktionärsgeschichte bringen.

Berlin - Bohlensteg im Tegeler Fliess

Oft braucht es Holzstege für Wanderer und Radler im Tegeler Fließ

3a Mittwoch vormittags – Mauer-Tour (ca. 20 km)
Radtouren in Berlin stoßen immer wieder auf die ehemalige Mauer. Gestern sind wir an der nördlichen Strecke ein kleines Stück an der Brandenburger Grenze geradelt. Heute vertiefen wir das Thema an einem knapp 10 km langen Stück der innerstädtischen Mauer: Bernauer Straße mit anschaulicher “Freiluft”-Gedenkstätte (eine gute Erläuterung des “Mauer-Systems” siehe in diesem kurzen youtube) , Invalidenfriedhof, vielleicht auch noch Brandenburger Tor und Checkpoint Charlie; natürlich auch die Böse-Brücke, Bornholmer Straße, Symbolort für die Öffnung der Mauer.
Originalstücke gibt es kaum noch. Die hunderte Hektar des 155-km langen Mauergeländes sind überbaut für Politik und Kommerz, für Wohnsiedlungen und Bürogebäude, Bahngleise und Autobahn, aber auch umgewidmet für Freizeitgelände (durchgehender Wander- und Radweg!) und Naturschutz …
Die Komplexität und Dramatik des Themas sollte ein in Historie und Alltag “geschulter” Berliner erläutern. Berlin-on-bike hat da großartige Experten: https://berlinonbike.de/radtouren/berliner-mauer/

3b Mittwoch nachmittags – Prenzlauer Berg live (2-15 km)
Der “Prenzl” wurde zum ersten hart gentrifizierten Viertel im Osten, heute sind die Wohnungen hier für Normalbürger kaum mehr bezahlbar.
In unserer direkten Hotel-Umgebung schon gäbe es so viel zum Erschlendern: die Kneipenstraßen mit den meist aufwändig und teuer sanierten Gründerzeitbauten – nur noch ganz versteckt findet man eine graue DDR-Fassade, die die Sanierung überlebt hat;  die Kulturbrauerei mit seinen Ateliers, Sozialläden und DDR-Museum; der alte, stilvoll renovierte Kollwitz-Kiez mit seinem Öko-Markt; der Park am Wasserturm mit schöner Aussicht zum Fernsehturm; der Mauerpark und seine Straßenmusiker und Akrobaten; der alte Jüdische Friedhof in unserer “Schönhauser Allee”.
Oder wir schauen, was aktuell in der Umgebung los ist: Trödel- und Flohmärkte, Ausstellungen, Musiker in Biergärten oder Konzertsälen – und radeln dorthin.
Mehr als lohnenswert wäre ferner eine 20 Minuten-Radtour durch den Volkspark Humboldthain in den weitaus ärmeren, ehemals westlichen Wedding, zur “Kulturstelle” Wiesenburg, erstes Asylheim Berlins Ende des 19. Jhdts, schon bald umstrittenes Sozialprojekt und Anlaufpunkt für Künstler und Sozialrevolutionäre – heute wieder im Fadenkreuz zwischen Investoren und dort wohnhaften Künstlern. Einen von ihnen könnte ich bitten, uns durch die Ruinen (oder schon Baustelle?) zu führen.

4 Donnerstag (30-40 km)
Von schick bis wild: Kreuzberg – Neukölln – Tempelhof – Schöneberg
Mit Erwin durch teils schicke, teils anarchistische, teils türkische, teils schwäbische Ortsteile südlich von Mitte. Wir streifen dort die Klischees des alternativen, revolutionären und wilden West-Berlins: „Punk, besetzte Häuser, Straßenschlachten“. Am Weg aber auch eine Menge städtische und doch autofreie Idyllen: Fahrradstraßen, Parks und ein riesiges „Feld“: der ehemalige Tempelhofer Flughafen.
Es geht durch Mitte nach Kreuzberg mit seinen Szene-Kiezen, weiter durch den Volkspark Hasenheide, dort Neukölln tangierend, dann über das Tempelhofer Feld, eine der größten innerstädtischen Freizeitflächen weltweit, durch den Viktoriapark mit seinem künstlichen Wasserfall, nach Schöneberg (vielleicht mit Reminiszenz an Gebrüder Grimm, M. Dietrich, H. Knef, David Bowie, Rio Reiser) und durch den Park am Gleisdreieck zum Potsdamer Platz.  Auf schnellstem Weg sind es von hier 30 Min. per Rad zurück zum Hotel.
Falls wir aber noch Zeit und Laune haben, könnten wir vor der Rückfahrt einen Aussichtspunkt über Berlin aufsuchen. Es gibt zentral in Berlin mannigfaltig-schöne (freilich auch kostenpflichtige) Möglichkeiten dazu: die schönsten direkt  am Potsdamer Platz (Panoramapunkt im Kollhoff-Tower – 100 m) oder am Alexanderplatz (Terrasse des Park-Inn-Hotel – 150 m, Drehrestaurant am Fernsehturm – 200 m)
Alternativ: falls wir es am Montag nicht geschafft haben, durch den Tiergarten zum Ku’damm zu radeln, könnten wir das heute nachholen. Auch dort gibt es – im Bikini, direkt gegenüber der Gedächtniskirche – ein schönes Aussichts-Restaurant. Freilich radeln wir dann 10 km weiter (oder nützen die U2 bis vor die Hoteltüre.)

5 Freitag (35-55 km)
Durch den Südosten nach Köpenick: Zwischen Sozialismus & Punk, Gentrifizierung & Naturbewahrung
Heute bleiben wir im Osten. Durch Friedrichshain und Lichtenberg, die idyllischen Spreebuchten mehrmals kreuzend, geht es Spree-aufwärts nach Treptow und ins bürgerliche Köpenick mit vielen bestaunenswerten Stationen: Märchenhafter Volkspark Friedrichshain – DDR-Prunk „Karl-Marx-Allee“ – touristisch schön: EastSideGalery – ev. ein kurzer West-Schlenker zur „Szene“ am Görlitzer Park – Mauergeschichte am Schlesischen Busch – Kneipen-Schmankerl am Flutgraben – umstrittene Bauten und Baustellen “Mediaspree” – Molecule Man – geschäftiger gentrifizierter Boxhagener Kiez und bescheidener Kaskel-Kiez (Mittagspause?) – RAW-Gelände – Alternativ-Idyll Rummelsburger Bucht – Soldaten- und Sozialismusgeschichte im Treptower Park – lost place Spreepark – Spreeufer am Plänterwald – Spree-Fähre – Alternativszenerie Wuhlheide – (nicht nur literarische) Spree-Romantik in Alt-Köpenick (mit schönen Ufer-Restaurants für ein ev. Abendessen).
Für Sehenswürdigkeiten wie die EastSideGalery werden besonders Fotografen viel Zeit brauchen. Mal sehen, ob wir nicht schon nach der Spreefähre oder zumindest in Köpenick in die S3 zurück an den Prenzlberg einsteigen. Ganz Fitte könnten auch noch weitere 10 km mit schönen Wald- und Uferwegen zum Müggelsee radeln.

6 Samstag (30-60 km)
Berlins reicher Südwesten: schloss – schlösser – Potsdam (mit Wannsee, Griebnitz, Sanssouci)
Wir wissen inzwischen Bescheid, ob wir lieber lange radeln, also schon am S-Bahnhof Grunewald starten oder gar schon in Charlottenburg. Und Schmankerl wie das Jagdschloss Grunewald und den vornehmen Villen-, Studenten-, Forschungs- und Museums-Ort Dahlem auf schattigen Forstwegen „mitnehmen“. Oder uns mehr Zeit nehmen wollen bei den Sehenswürdigkeiten und mit der S7 gleich bis Wannsee durchfahren.
Genug zu sehen wird es jedenfalls geben: Liebermannvilla und Haus der Wannsee-Konferenz, Königsweg im Düppeler Forst, Traumvillen am Griebnitzsee (u.a. bewohnt von Stalin und Churchill 1945), Babelsberger Schlösser, Glienicker Brücke, Heiliger See, Cecilienhof (DER weltpolitische Ort im Sommer 1945), Marmorpalais und Belvedere, russische Kolonie Alexandrovka – und natürlich die unzähligen Villen, Schlösser, Kirchen, Museen und Denkmäler im und um den Park Sanssouci.
Spätestens abends wollen wir jedenfalls in der schmuck-aufgeräumte Fußgängerzone der Altstadt sein, danach noch Nikolaikirche und Stadtschloss am Alten Markt gleich beim Hauptbahnhof Potsdam. Oder wer will, auch noch eine spätabendliche Tour hoch zum Wissenschaftspark am Einsteinturm oder zum Sonnenuntergang am Flatow-Turm in Babelsberg?
All das können wir fast durchgehend auf autofreien Park-, Forst- und Uferwegen erkunden, nur selten unterbrochen von kleineren und größeren, leiseren und lauteren Straßen.
Ob wir unseren Abschiedsabend in Potsdam verbringen oder in Berlin, wir werden sehen. Jedenfalls bringt uns die S7 schnell zurück nach Berlin Mitte – an den Prenzlberg.

Neues Palais in Potsdam - Sanssouci

Neues Palais in Potsdam – Sanssouci

7 Sonntag
Die Reise ist zu Ende nach dem Frühstück
Wir empfehlen, in Berlin zu verlängern (oder wieder zu kommen). Wir sind nämlich fast sicher, dass Sie einige Sehenswürdigkeiten, die wir als Radler nur von außen gesehen haben, noch intensiver besuchen wollen und noch mehr Zeit zum Erschlendern einiger erkundeter Orte und/oder für Museumsbesuche haben möchten.
Falls Sie im gleichen Hotel bleiben und verlängern möchten, geht das über diesen Link.

Reiseleitung: Erwin Aschenbrenner, Astrid Giesen, Christoph Wagner-Neisinger – und Tagesreferenten vor Ort

Filmtipp – sehr ausführlich: Vom RBB gibt es eine aufwändige Dokumentation “Berlin – Schicksalsjahre einer Stadt” – 53mal eineinhalb Stunden, erst ab 1945 für jeweils 4 Jahre und ab 1961 bis 2009 für jedes Jahr Berliner Geschichte.

PROGRAMM – sehr ausführlich:

Wie geschrieben, ein möglicher Plan, wir sind nach Wetter und Laune flexibel,
auch die Reihenfolge der Tage können wir in Teilen noch ändern.

Sonntag Ankunft – Treffpunkt 18 Uhr abends im Hotel
Auf Wunsch und nach Absprache können wir Sie nachmittags z.B. 16 Uhr vom Hauptbahnhof abholen.
Für Radler versuchen wir dann den Gepäcktransport zum Hotel zu organisieren. Und machen eine schöne Einstiegstour per Rad vom Hintereingang des Hauptbahnhofes erst entlang der Spree durch das Regierungsviertel und zur Museumsinsel und weiter auf verkehrsruhigen neuen Fahrradstraßen hoch zur Bernauer Straße und vorbei am Mauerpark oder durch die Kulturbrauerei zu unserem Hotel am Prenzlauer Berg. (Ca. 6 km, die aber wegen der Anhäufung an großen Sehenswürdigkeiten mindestens eine Stunde brauchen.)

1a Montag vormittags – „Berlin im Überblick“ (ca. 15 km)
In der Kulturbrauerei, 3 Fußminuten vom Hotel, können wir 9.30 h die Räder ausleihen (ca. 65 Euro für die 6 Tage; auch E-Bike ist möglich) und starten 10 h mit der Klassiker-Tour von Berlin on Bike: „Berlin im Überblick“ nach Mitte.
https://berlinonbike.de/radtouren/radtour-berlin-im-ueberblick/
Wenn möglich, wird Björn wieder die Tour übernehmen, historisch fundiert und dennoch locker und unterhaltsam mit aufschlussreichen Geschichten aus dem Berliner Leben.
Das große Berliner Thema – nicht erst, aber besonders seit 1990 und da natürlich ganz besonders im Ostteil – der Gentrifizierung (der Verdrängung einkommensschwacher „Einheimischer“, oft eingeleitet durch „alternative“ Kiez-Pioniere vom engagierten Hausbesetzer über den begabten Hobby-Kneipier bis zum abenteuerliebenden Kunstprofessor, zu denen dann langsam und gerne einkommensstarkes Establishment nachrückt) lässt sich innerhalb Berlins wohl am deutlichsten gleich in der Umgebung unseres Hotels am Prenzlauer Berg zeigen. Die dreistündige Tour führt aber vor allem nach Berlin-Mitte, weil hier die Preußische und Deutsche Geschichte – von Friedrich dem Großen über Holocaust und 40jährige DDR-Prägung bis zum modernen Regierungsviertel – anschaulich werden kann wie sonst an keinem anderen Ort. Und es wird deutlich werden, warum gerade Berlin „verdammt ist (bzw. war), immerfort zu werden und nie zu sein“ (Karl Scheffler).

Dom und Fernsehturm (von der Friedrichsbrücke über die Spree)

Dom und Fernsehturm (von der Friedrichsbrücke über die Spree)

1b Montag nachmittags (15-25 km)
Anders durch Berlin Mitte – und vielleicht noch zum Kurfürstendamm
Nur einen kleinen Teil vom zentralen Berlin werden wir am lehrreichen Vormittag gesehen haben. Deswegen fährt Erwin nochmals und anders durch Berlin Mitte auf einer Tour zwischen Ruhe und Trubel: Wir bleiben die längsten Strecken auf autofreien Fahrradstraßen, Uferwegen und Parkwegen, kommen naturgemäß aber auch an trubeligen massentouristische Orten (nicht) vorbei. Diesmal ohne große Erläuterungen könnten z.B. Haltepunkte zum Schlendern (Erwin kann die Räder bewachen) sein: Zionskirche (wo D. Bonhoeffer Pastor war, nach 1986 Raum für DDR-Opposition und Umweltinitiativen), Linienstraße 206, erstes Ostberliner Haus, von Westberlinern besetzt – mit langer Geschichte bis heute; nahebei die Hinterhöfe zwischen Kunst und Kommerz um die Sophienstraße (Hackesche, Heckmann, Gips, Schwarzenberg); zur Spree mit Blick auf Dom und Museumsinsel; Monbijoupark; Neue Synagoge in der Oranienburger-Straße; Großbaustelle für Edel-Mieter am ehemaligen Besetzer- und  Kunsthaus Tacheles;  Brecht-Grab (am Dorotheenstädtischen Friedhof liegen aber auch Hegel, Fichte, Litfaß, Helene Weigel, Anna Seghers, August Borsig, Bernhard Minetti, Otto Sander, Christa Wolf, Fritz Teufel, Günter Gaus, Egon Bahr … – ein Who is Who deutscher Geistes-, Kultur-, Politik- und Wirtschafts-Größen des 19. und vor allem 20. Jahrhunderts).
Falls wir noch Zeit und Laune haben, radeln wir erneut hinunter zur Spree, am Reichtagsufer entlang nochmals vorbei am Brandenburger Tor ins ehemalige Westberlin zum Tiergarten, mit 210 ha nach dem Englischen Garten in München Deutschlands größter innerstädtische Park (wenn man Sanssouci und Tempelhofer Feld nicht als Park zählt). Kaum zu glauben, dass der Park nach dem kalten Winter 1946/47 fast vollständig (für dringend nötiges Brennholz) abgeholzt war und in der Not der Nachkriegszeit zum Gemüsegarten wurde. Über 70 Jahre nach der Wiederaufforstung ist er heute “grüne Lunge” für Berlin und ein traumhaftes Gelände zum Radeln und Rasten (z.B. auf der ruhigen romantischen Luiseninsel oder – es wird vielleicht schon Zeit zum Abendessen sein – vorbei an der Siegessäule  zum Café am Neuen See oder dem Schleusenkrug, die beide zu den schönsten Biergärten Berlins gehören.) Wir sind von dort gleich am Kurfürstendamm, kommen am Ende zur Gedächtniskirche und zum Bahnhof Zoo, von wo uns die U2 direkt vor das Hotel zurückbringen kann. (Per Rad vorbei am Präsidentenschloss Bellevue durch den Kanzlerpark und über die Promenade am Schifffahrtskanal zum Prenzl wären es aber auch nur ca. 10 km zurück.)

2 Dienstag (40-50 km)
Berlins ländlicher Norden: Naturidyllen zwischen West- und Ost-Kultur
Auf versteckten Wegen an der Max-Schmeling-Halle vorbei kommen wir zum Bahnhof an der Bornholmer Straße, mit seiner dort bebilderten Geschichte vom Fall der Mauer am 9.11.1989 – für uns Abfahrtsort mit der S8 in den Norden, wo Berlin sehr dörflich wird. In Bergfelde steigen wir aus, es gehört tatsächlich nicht mehr zur Stadt, sondern zum brandenburgischen Landkreis Oberhavel. Die oftmals schmuck sanierten Häuser wollen aber nicht verbergen, dass hier einstmals DDR war. Nahebei die Mauer, wir treffen auf einen der ganz wenigen anschaulichen Orte, die noch die skrupellose logistische Breite und dramatische Tiefe dieses „Grenz-Denkmals“ zeigen können. Die auf Gedenktafeln erzählten Geschichten sprechen für sich. Heute dient der ehemalige Wachturm und das Waldbiotop den Naturschützern.
Am Mauer-Radweg geht es nach Süden, Waldweg zuerst, dann ins westberlinische Frohnau – wer merkt, wo der ehemalige Osten (Brandenburg bzw. Pankow) aufhört und das ehemalige West-Berlin (Reinickendorf) anfängt? Die Mauer macht einen „Entenschnabel“ und führt uns dann zu Regional-Radwegen in der wunderschönen Moor- und Seenlandschaft des Tegeler Fließ – Natur pur, aufgelockert durch Reiter- und Bauernhöfe in den westberlinischen Dorfidyllen Lübars und Hermsdorf (die eine ältere Geschichte haben als Berlin selbst und einige Jahre Heimat von Max Beckmann und Erich Kästner waren) und zum Glück auch aufgelockert durch Land- und Wirtshäuser – in einem sehr schönen kehren wir zu Mittag ein.

Im Tegeler Fließ

Im Tegeler Fließ

Auch nachmittags erleben wir Naturidyll  und Parks, aber auch städtische Besonderheiten. Durch den beliebten Freizeitpark “Lübarser Höhe”, vor 50 Jahren noch ein Müllberg, vorbei an einem hübschen Schaubauernhof kommen wir durch das Märkische Viertel, das um 1965 erbaute, größte Westberliner Hochhausviertel, jahrzehtelang sozialer Brennpunkt (Sido “Mein Block”), heute eher ein Vorzeige-Viertel mit Grün- und Wasser-Biotopen. In Wilhelmsruh treffen wir wieder auf den komfortabel ausgebauten Mauer-Radweg, biegen aber hinter dem Pankowpark nochmals ab, um – vorbei an einem beeindruckenden Sowjetischen Ehrenmahl – durch die Schönholzer Heide zu radeln (“Bolle reiste hier zu Pfingsten …”). Sie  führt uns zum Flüsschen Panke und ins zentrale (von Udo Lindenberg ‘besungene’) Pankow mit dem einstigen Villenviertel am Majakowskiring, erbaut von Industriellen; Hans Fallada wohnte am Ende seines Lebens 1945-1947 hier. 1949 wurden fast alle Besitzer enteignet, die höchsten SED-Funktionäre übernahmen die Villen, ebenso wie nahebei das Schloss Schönhausen, das zum Amtssitz des DDR-Präsidenten und des Staatsrates wurde, bis 1964. Staatsbesucher wie Hồ Chí Minh oder Chruschtschow wurden hier empfangen, später logierten Staatsgäste wie Fidel Castro, Muammar al-Gaddafi, aber auch Willy Brandt oder Michail Gorbatschow im Schloss bzw. seinem schlichten Gästehaus. Und ab Ende 1989 tagte hier 4 Monate lang der zentrale “Runde Tisch”, SED und oppositionelle Bürgerrechtler, um einen Weg  für die Abwicklung der Stasi (erfolgreich) und für eine demokratische, eigenständige DDR (erfolglos) zu finden. Heute führt ein idyllischer Uferradweg entlang der Panke vorbei an dem recht wenig beachteten musealen Schloss und Schlosspark und durch den kleinen Bürgerpark Pankow. Vorbei am Rathaus Pankow kommen wir erneut zum Mauer-Radweg, der uns vom kleinen Fluß weg nach Süden unter die Bornholmer Brücke in 15 Minuten zum Hotel führt.
Wenn Zeit und Lust ist, könnten wir aber die Panke noch ein Stück auf ihrem Weg zur Spree (schon längst im Bezirk Mitte-West) verfolgen. Vorbei an der Kulturstelle Wiesenburg biegen wir erst beim Volkspark Humboldthain ab. Vielleicht schnaufen wir dort noch durch den Rosengarten zum ehemaligen Flakturm am nördlichen Trümmerberg hoch – mit  Aussicht zurück auf unsere Strecke vor und hinter der “Skyline” des Märkischen Viertels. Die Tour endet nach einem intensiven natur- und geschichtsnahen Tag im Mauerpark (abends ist hier vermutlich schon Musik, Punk und Trubel) und bei unserem Hotel mit seinem ruhigen Innenhof.

3a Mittwoch vormittags – Mauer-Tour (ca. 20 km)
Radtouren in Berlin stoßen zwangsweise immer wieder auf die ehemalige Mauer – und inzwischen darf man fast sicher sein, dass man dort einen guten Radweg antrifft, der einen von allen Außenbezirken in Berlins Mitte zurückführt, die die Mauer ebenfalls zu Dreiviertel umkreiste. Auch bei uns wird kein Tourentag vergehen, an dem wir nicht mehrmals auf die Mauer stoßen: Vorgestern haben wir mehrfach in Berlin Mitte die ehemalige Ost-West-Grenze überquert, z.B. am Brandenburger Tor; gestern waren wir an der nördlichen Mauerstrecke ein Stück an der Brandenburger Grenze entlang geradelt und überquerten sowohl in Pankow/Reinickendorf als auch in Mitte/Gesundbrunnen immer wieder die Ost-West-Grenze;  morgen stoßen wir bei den Besetzer-Häusern in Kreuzberg wieder auf die Mauer, übermorgen unter anderem bei der EastSideGallery und am Tag danach radeln wir erneut einige km entlang der ehemaligen Mauer und zwischen Westberlin und Brandenburg – z.B. bei Dreilinden, Wannsee  und an der Glienicker Brücke …
Heute vormittags vertiefen wir bei einer nochmaligen dreistündigen Rad-Führung das Thema an einem knapp 10km langen Stück der innerstädtischen Mauer. Gethsemane-Kirche, Bernauer Straße mit anschaulicher “Freiluft”-Gedenkstätte, Invalidenfriedhof, das neu bebaute Gelände des BND, vielleicht auch noch Brandenburger Tor und Checkpoint Charlie; natürlich auch die Böse-Brücke an der Bornholmer Straße, Symbolort für die Öffnung der Mauer.
Die Komplexität und Dramatik des Themas sollte ein in Historie und Alltag “geschulter” Berliner erläutern. Berlin-on-bike hat solche Experten. https://berlinonbike.de/radtouren/berliner-mauer/

Meist malerisch, ruhig und gut ausgebaut: der Berliner Mauerweg (hier Kirschblütenweg nahe bei unserem Hotel)

Unser Hotel ist übrigens keinen Kilometer entfernt von zwei Kernorten der Mauer, mit denen unsere Tour beginnen wird:
Zum einen nördlich die Bornholmer Straße, wo „sich“ die Mauer am Abend des 9.11. zuerst öffnete. Der empfehlenswerte, vielleicht für die ernste Lage etwas zu komödiantisch geratene Film „Bornholmer Straße“ (erstmals gezeigt in der ARD, 5.11.2014), der die skurril-dramatischen Abendstunden dort veranschaulicht, hat diese Situation auch im Westen bekannt gemacht. (Unter der Bornholmer Straße queren die S-Bahn-Gleise und parallel zu ihnen führt der Mauerweg durch eine idyllische Kirschbaum-Allee.)
Und zum anderen südwestlich die Bernauer Straße, wo die Häuserfronten teils noch im Ostteil der Stadt standen, der Bürgersteig dagegen schon auf Westberliner Gebiet. Einige Anwohner konnten aus den Fenstern ihrer Wohnungen in den Westsektor springen, dabei gab es erste Tote. Aber bald wurden die Fenster vermauert und die Mieter mussten aus den Wohnungen ausziehen. – An der Bernauer Straße befindet sich heute die wohl anschaulichste Open-Air-Gedenkstätte der Ost-West-Trennung: u.a. ein 70m langes Stück der Berliner Mauer mit der breiten Logistik von Grenzstreifen, Signaltechnik, Kolonnenweg, Doppelmauer, Wachturm …
Eine gute Erläuterung des “Grenzstreifen-Systems” siehe in diesem kurzen youtube.
Oder googeln Sie “Berliner Mauer, Bernauer Straße”: es gibt da viele Kurzfilme mit alten Bildern und kurze Lehrfilme der Gedenkstätte; z.B.
www.berlin-mauer.de/videos/flucht-an-der-bernauer-strasse-1961-534/ Erklärungstafeln in der Bernauer Strasse

Erklärungstafeln in der Bernauer Strasse3b Mittwoch nachmittags – Prenzlauer Berg live (2 – 15 km)
Der “Prenzl” wurde zum ersten hart gentrifizierten Viertel im Osten, heute sind die Wohnungen für Normalbürger kaum mehr bezahlbar. 
In unserer nahen Umgebung alleine schon gäbe es so viel zum Erschlendern: die Kneipen-Straßen mit den stilvoll und teuer sanierten Gründerzeitbauten im Kiez; die oben genannten Mauer-Gedenkorte; die Kulturbrauerei mit seinen Ateliers, Sozialläden, DDR-Museum; Zion und Gethsemane, zwei bedeutende “Widerstands-Kirchen” der 80er Jahre, nach 1989  dann Treffpunkt der Bürger-, Friedens- und Umwelt-Bewegung; der alte, stilvoll renovierte Kollwitz-Kiez mit seinem Öko-Markt; der Park am Wasserturm; der Mauerpark und seine Straßenmusiker und Akrobaten; der Jüdische Friedhof  “Schönhauser Allee”, wo unter anderen Max Liebermann, Giacomo Meyerbeer und Leopold Ullstein liegen – er braucht den Vergleich mit dem alten jüdischen Friedhof in Prag kaum zu scheuen.
Oder wir schauen, was aktuell in der Umgebung los ist: Trödel- und Flohmärkte, Ausstellungen, Musiker in Biergärten oder Konzertsälen und radeln dorthin.
Mehr als lohnenswert wäre ferner eine Radtour 15 Minuten zu einer ausführlichen Führung durch den Dorotheenstädtischen Friedhof, wo die Namen auf den Grabsteinen wie ein Who is Who der geistigen Elite Deutschlands erscheinen.
Oder 20 Minuten durch den Volkspark Humboldthain nach Wedding – zur “Kulturstelle” Wiesenburg, erstes Asylheim Berlins Ende des 19. Jhdts, schon bald darauf umstrittenes Sozialprojekt und Anlaufpunkt für Sozialrevolutionär*innen und Künstler*innen wie Rosa Luxemburg, Kurt Tucholsky und Erich Kästner, dazu Drehort für viele Regisseure und Filme von Weltrang: von Fritz Lang (‘M’, 1931) über Schlöndorff (Blechtrommel, 1979) bis Fassbinder (Lili Marleen, 1981). Im Krieg schwer von Bomben getroffen, stehen teilweise nur noch Fassaden des Ziegelbaus. Seit 1980 gab es Abrisspläne, sie wurden verhindert. Aber das Gelände bleibt im Fadenkreuz zwischen Investoren und dort wohnhaften Künstlern. Einen von ihnen könnte ich bitten, uns durch die Ateliers und Ruinen (oder sind sie schon Baustelle?) zu führen.

4 Donnerstag (30-35 km)
Von schick bis wild: Kreuzberg – Neukölln – Tempelhof – Schöneberg – Charlottenburg – Mitte
Heute geht es durch teils schicke, teils wilde, teils türkische, teils schwäbische Stadtviertel südlich von Mitte. Wir streifen dort die Klischees des alternativen, revolutionären und wilden West-Berlins: „Punk, besetzte Häuser, Straßenschlachten“. Am Weg aber auch eine Menge städtische und doch autofreie Idyllen: Fahrradstraßen, Parks und ein riesiges „Feld“ – der ehemalige Tempelhofer Flughafen.
Vielleicht mit Schlenkern zur Holzmarkt-Pampa am nördlichen Spreeufer und zur Köpi 137 (wo erst Oktober 2021 der  Wagenplatz  vor dem besetzten Haus geräumt wurde) am südlichen Spreeufer oder auch nochmals neu und anders über die Museumsinsel, vorbei an Dom, dem umstrittenen Schloss-Neubau und dem auf andere Weise umstrittenen Marx-Engels-Denkmal radeln wir nach Kreuzberg, kommen vorbei am prachtvollen Engelbecken wieder zur Mauer. Das berühmte Baumhaus von Osman Kalin, dem Westberliner Türken, der eine auf Ostberliner Gebiet, aber westlich der Mauer liegende Brache “besetzte”, indem er dort Gemüse anbaute, harrt einer unbekannten Zukunft. Ebenfalls nahe am Mariannenplatz steht eines der ersten besetzten Häuser in Westberlin, das von Rio Reiser besungene „Rauch-Haus“, dessen Bewohner schon 1971 gleichzeitig die Polizei und Politiker in Westen und im Osten zu ärgern verstanden. Die Hochphase der Westberliner Häuserbesetzung war 10 Jahre später, ebenfalls  in Kreuzberg, einige äußere Spuren davon gibt es noch. Zum Beispiel der Kinder-Bauernhof, der damals nahe dem Rauch-Haus von Besetzer*innen mit Kindern gegründet wurde.  Oder das Kunstquartier Bethanien, das mit manchen Ausstellungen auch an die Besetzer-Kultur erinnert. Und “innere” Spuren der Szene lassen sich vielleicht auch in den vielen (zudem durch Corona unterstützten und wohl auch bleibenden) “Pop-up-Radwegen”, die wir im heutigen Kreuzberg nützen können, sehen. Diese bringen uns fast bis zum Park Hasenheide. Wir passieren dabei die alte türkische und linke Kreuzberger Szene: SO 36, Mariannenplatz, Wrangel-Kiez, Graefe-Kiez – und sammeln farbenfrohe Eindrücke eines immer-noch Multi-Kulti-Viertels: freilich mit immer mehr Wohlstand, etwas anders halt, teils anarchisch, teils ökologisch-streng. Etwa 65% der Bewohner hier haben keine deutschen Großeltern. Aber auch Kreuzberg hat längst seine Gentrifizierungsprobleme, insbesondere die türkische Bevölkerung zieht aus in weniger teure Wohnungen in Neukölln und an den Rand Berlins.

Startbahn Tempelhof - zurück Richtung Berlin

Startbahn Tempelhof – im Gewiterregen ging es Oktober 2021 ohne Abheben zurück Richtung Berlin

Der Volkspark Hasenheide gehört schon zu Neukölln. Er bringt uns erneut autofrei direkt zum ehemaligen Flughafen Tempelhof. Das Tempelhofer Feld ist mit über 300 Hektar (ca. 500 Fußballfelder) eine der weltweit größten innerstädtischen Freiflächen: zum Skaten, Schlendern, Gärtnern, Picknicken, Vogelbeobachten, Kite-Surfen und natürlich auch zum Radeln. Zudem lassen sich hier Geschichte und Geschichten erfahren: das (heute großteils ungenutzte) Flughafengebäude war in der Nazizeit mit 9000 Büros das größte Gebäude der Welt, ab 1940 waren tausende Zwangsarbeiter für die Rüstungsindustrie untergebracht; 1948/49, als die Sowjets die Zufahrtswege durch ihre DDR-Besatzungszone sperrten, konnte Westberlin nur dank einer Luftbrücke zum Flughafen Tempelhof gerettet werden – über 10 Monate lang landete etwa alle 3 Minuten ein “Rosinenbomber” der Alliierten. – 2008 wurde der große Flughafen BER geplant und der Flugbetrieb hier aufgegeben; danach dutzende, teure Bebauungspläne für das „Feld“; ein erfolgreiches Volksbegehren 2014 sichert aber bis heute noch die freie, öffentliche, chaotisch-unbürokratische Zugänglichkeit gegen kommerzielle Bebauungs-Pläne.
Am Nordwestlichen Ausgang des Feldes noch ein Kreuzberger Kiez zwischen wild und vegan, Subkultur und Tourismus: die Bergmannstraße, dere alte, stuckverzierte Fassaden teils von Hausbesetzern gerettet worden sind. Die Straße führt uns in den Viktoriapark mit seinem künstlichen Wasserfall und dem echten “Kreuzberg”, mit 66 m höchste natürliche Erhebung Berlins. Vielleicht machen wir auch noch einen kleinen Schlenker nach  Schöneberg, in das ehemalige Arbeiterviertel „Rote Insel“, heute reiche Wohngegend. Hier könnten wir die Geburts- bzw. Wohnhäuser von Marlene Dietrich und Hildegard Knef (beide in der gleichen Straße)  finden, oder auch die Berliner Wohnung von David Bowie Ende der 70er Jahre. Und suchen am romantischen St. Matthäus-Friedhof die Gräber der Gebrüder Grimm und das Grab von Rio Reiser.
Auf breiten Radwegen durch den bunten Park am Gleisdreieck radeln wir in ein paar Minuten – vorbei am geschichtsträchtigen Kreuzungsbahnhof “Gleisdreieck” – zum Potsdamer Platz.
(Kurios: Wir sind heute bisher meist östlicher geradelt als gestern Vormittag am Mauerweg und sind doch zu über 90% im ehemaligen Westberlin gewesen. Der Grund: Ostberlins “Mitte” und das Brandenburger Tor liegen nordwestlich zu Neukölln und Kreuzberg.)
Auf schnellstem Weg ist es eine halbe Stunde per Rad zurück zum Hotel. Falls wir aber Zeit und Laune haben, könnten wir vor der Rückfahrt noch einen schönen Aussichtspunkt über Berlin aufsuchen. Es gibt mannigfaltige Möglichkeiten dazu. Zum Beispiel gleich am Potsdamer Platz: kostenpflichtig (7,50 Euro) mit dem schnellsten Aufzug Europas ca. 100 m hoch auf die 24. Etage des Kollhoff Towers, wo eine Ausstellung  die Geschichte des Potsdamer Platzes erzählt und man die historischen Bilder mit dem aktuellen Ausblick vergleichen kann. Oder wir radeln noch 3 km zum Alexanderplatz. Von der 150 m hohen Aussichtsterrasse des Park-Inn-Hotels (Aufzug: 4 Euro) hat man einen fantastischen Rundblick – gleich gegenüber der Fernsehturm. Noch festlicher hätte es, wer sich in dem 200 m hohen Dreh-Restaurant des Fernsehturms (Eintritt 15,50 Euro!) einen Tisch bestellt: ohne sich selbst zu drehen ist ein wunderbarer Rundumblick über Berlin beim Abendessens möglich. – Von hier radeln wir 4 km, also in knapp 20 Minuten zu unserem Hotel.
Falls wir am Montag Nachmittag  es nicht bis zum Ku’damm geschafft haben, könnten wir alternativ vom Potsdamer Platz auch die schönen Radwege durch den Tiergarten nehmen und am Ku’damm sehen, ob im Aussichts-Restaurant NENI Tische frei sind: für einen Blick von oben auf die Gedächtniskirche und über Berlin. Von hier sind es dann freilich noch 10 Rad-km bis zum Hotel. Alternativ geht auch die U2 bis vor die Hoteltüre.

5 Freitag (35-55 km)
Durch den Südosten nach Köpenick: Zwischen Sozialismus & Punk, Gentrifizierung & Naturbewahrung
Heute bleiben wir die meiste Zeit im ehemaligen Osten. Durch Friedrichshain und Lichtenberg, die idyllischen Spreebuchten mehrmals kreuzend, geht es Spree-aufwärts nach Treptow und ins bürgerliche Köpenick.
Erste Station ist noch am Prenzlberg der älteste Wasserturm Berlins von 1877, der der Versorgung des schnell wachsenden Arbeiterviertels am Nordhang von Berlin Mitte diente. Es geht nach Süden hinunter zum Volkspark Friedrichshain mit seinen von Berlinern wie Touristen geliebten Märchenbrunnen: die Figuren der Gebrüder Grimm – liebliche Kunst zum Anfassen. Vorbei an einem weiteren Nazi-Trümmerberg (Mont Klamott) im Volkspark kommen wir bei der „Weberwiese“ zur 2 km langen Karl-Marx-Allee, ehemals Stalin-Allee, bedeutendes sozialistisches Prestige-Projekt und DDR-Aufmarsch-Straße, breiter als die Champs-Élysées, eine Mischung aus sozialistischem Realismus und preußischem Schinkel-Sozialismus, ein Prachtboulevard von Arbeiterpalästen voller Wohnungen mit Zentralheizung, zum Teil auch wirklich der Arbeiterklasse zugeteilt. Ironien der Geschichte, dass hier der von russischen Panzern niedergewalzte Volksaufstand des 17. Juni 1953 begann und dass nur das Ende der DDR den Verfall verhindern und den Wert der sozialistischen Vorzeige-Gebäude retten konnte. Natürlich sind auch sie heute großteils Spekulationsobjekte von Immobilienfirmen und somit Teil der Gentrifizierung.

Blick von der Oberbaumbrücke nach Osten, Blick auf Elsenbrücke, Molecule men, Twin-Tower und "Treptower", links nhow-Hotel

Mediaspree: Blick von der Oberbaumbrücke nach Osten auf Elsenbrücke, Molecule Man und “Treptower”, links nhow-Hotel

Wir überqueren den Boulevard mit schönem Blick zum Fernsehturm am Alexanderplatz im Westen und zu den Türmen am Frankfurter Tor im Osten und fahren die Straße der Pariser Kommune hinunter zur Spree und zur meist beschauten Mauer-Sehenswürdigkeit Berlins, die 1,3 km lange East-Side-Gallery: das längste erhaltene Mauerstück und ein sehr untypisches, weil es vormalig von der Westseite gar nicht bemalt werden konnte. Es war nämlich vom Westen nicht zugänglich, die Spree – hier Grenzfluß – lag dazwischen. Genau dieses Mauerstück blieb aber nun stehen und wurde im Jahr 1990 von 118 Künstlern aus 21 Ländern auf deren “Ostseite” bemalt. 2009 wurden die weltberühmt gewordenen Bilder (mit Verlusten) saniert und konserviert. Wir schlängeln uns langsam und individuell den Kunstwerken entlang durch die Touristenmenge, werktags vormittags ist sie vielleicht noch nicht allzu dicht. Fotograf*innen bekommen Extra-Zeit. – Vor der schönsten Brücke Berlins, der Oberbaum-Brücke, treffen wir uns wieder. Sie führt uns über die Spree kurz ins alte West-Berlin: ein kleiner Umweg durch den „Görli“, den (inzwischen relativ befriedeten) Dealer-Park in Kreuzberg. An dessen Ende kommen wir zum Flutgraben mit seinen malerischen Schiffskneipen und zurück zum Uferweg an der Spree mit Blick auf die Molecule Man – drei 30 m (100 Fuß) hohe Figuren im Fluß, am Dreibezirks-Eck von Kreuzberg, Friedrichshain und Treptow.
Wir sind mitten im Spekulationsgebiet “Mediaspree” – ein Investitionsprojekt über viele Milliarden Euro. In der hochattraktiven Lage 3 km links und rechts entlang der Spree zwischen Mitte und Treptow  (also vor allem im mauerübergreifenden Nachwendebezirk Westberlin/Kreuzberg-Friedrichshain/Ostberlin) gab es auf über 150 Hektar wertvollem Land unzählige Industrie-, Mauer- und Freizeitbrachen: ein (vermeintliches) Schlaraffenland zunächst für subkulturelle Initiativen. (Gestern schon haben wir beim Holzmarkt und Eisfabrik den Westteil des Gebietes gestreift.) Je mehr das arme Berlin sexy und wirtschaftlich potent und je mehr Gewerbe- und Wohnraum in der Mitte Berlins knapp wurde, um so mehr wurden Investoren angezogen. Babylonische Bebauungspläne gab es schon bald nach 1990, aber die Wirtschaftskraft und die Immobilien-Nachfrage war noch schwach. Erst etwa ab 2000 wurde es lukrativ, luxuriös zu sanieren oder gar abzureißen und  neue schicke Firmengebäude und Hochhäuser zu bauen. Und schon wurden selbst Teile der East-Side-Gallery geopfert, um für mondäne Neubauten eine Anlegestelle an der Spree zu schaffen. Investoren, Grunstückseigner und Medienunternehmer schlossen sich zu dem Label  “Mediaspree” zusammen und suchten – ebenso wie die Gegeninitiative “Mediaspree versenken” , die mit viel Kreativität unter dem Motto “Kiez statt Profitwahn – Spreeufer für alle!” agierte – Politiker, mietende, vermietende und besitzende Anwohner, Architekten, Künstler, Veranstalter etc. für ihre (Bebauungs)Ideen und Pläne zu gewinnen.  Es wurde und wird – meist begleitet von Chaos und Streit – gebaut und gentrifiziert. Zumindest einige Großbaumaßnahmen konnten zwar verhindert werden – z.B. eine zusätzliche Autobrücke im Westen der East-Side-Gallery. Es scheint aber, dass so nahe an Berlin-Mitte inzwischen der Widerstand quantitativ wie qualitativ erschöpft ist. Wir werden bei unserer Reise neben imposanten Hochhäusern und Sanierungsobjekten sicher auch noch manche schicke, und manche chaotische Hinterhof-Szenen am Spreeufer finden, aber wohl nur noch wenige Brachen. Dafür viele Baustellen …

Molecule Man von Kreuzberg spreeaufwärts - links der Spree Friedrichshain, rechts Treptow

Molecule Man von Kreuzberg spreeaufwärts – links der Spree Friedrichshain, rechts Treptow

Alleine der Besuch und die Diskussion zu den umstrittenen “Mediaspree”-Plätzen könnten eine ganze Wochenreise füllen. Es ist sinnvoller, das Thema an einer spezifischeren Lokalität zu erradeln. Wenn also Interesse und Zeit dafür ist, radeln wir eine 10 km lange Extra-Runde auf der nördlichen Spree-Seite: in das gegenwärtig wohl am intensivsten boomende (und auch noch umkämpfteste) Szene-Viertel (Ost)Berlins, schon an der Grenze von Friedrichshain und Lichtenberg, wo immerhin  aktuell noch vieles im Umbruch ist. Wir radeln also auf der Elsenbrücke  zurück ins ehemalige Ostberlin zum Boxhagener Kiez, in den 90er-Jahren Hausbesetzer-Hochburg, heute teurer Wohn- und Kneipenbezirk. Auf der einen Seite das punkige RAW-Gelände, die größte innerstädtische Industriebrache in Berlin und gleichzeitig (bis Corona) das größte durchgehend kulturell bespielte Gelände Deutschlands, sehenswert schon wegen der bunten und schrägen Graffitis, aber „natürlich“ auch von streitbaren Investorenplänen bedroht. Gleich daneben die Simon-Dach-Straße, das schicke, bürgerlich-avantgardistische Ausgehviertel für Touristen und Hippster im Osten Berlins. Nordöstliche Parallelstraße ist die Mainzer Straße: 1990 wurden hier 13 Häuser zuerst rein ostdeutsch, dann auch von Westdeutschen besetzt, aber schon im November des gleichen Jahres nach mehreren Straßenschlachten von einem der größten Polizeieinsätze der Nachkriegsgeschichte (über 3000 Polizisten) geräumt.  In der Umgebung gibt es noch die letzten als “besetzt” geltenden Häuser in Berlin, denen freilich ständig die Räumung droht. (Rigaer 94; Liebig 34: 9.10. 2020 geräumt; siehe gegensätzliche Filme dazu von spiegel.de1 / 2  und Y-Kollektiv.)
3  Radminuten ostwärts sind wir dann schon im vor wenigen Jahren noch als Nazi-Bezirk verrufenen Lichtenberg. Hier schließt der Kaskel-Kiez an, aktuell eine ruhige Straße und Kneipenszene (und für uns vielleicht auch ein schöner Ort zur Mittagspause). Auch dieser beschauliche Kiez ist längst in der Gentrifizierungsphase mit Hochpreismieten teils höher als in Berlin Mitte – er wird sicher eines der nächsten großen Hippster-Entdeckungen, besser gesagt: ist es schon. Genauso wie das malerische „Paul und Paula“-Ufer (benannt nach dem dort gedrehten DDR-Kultfilm) am Rummelsburger See. Zur Wendezeit war in der Bucht totes Industriegelände, der See extrem verschmutzt, kaum jemand wollte hier wohnen. Inzwischen sind südlich auf der Friedrichshainer Halbinsel Stralau bereits ca. 5000 exklusive hochpreisige spreenahe Luxuswohnungen, “Townhouses” und “Wasserstadt-Villen” bezogen worden. Nur auf der (rot-rot-grün-regierten) Lichtenberg-Seite im Nordwesten der “Bucht” wurde die Gentrifizierung bis vor kurzem noch politisch und menschlich gebremst. In der Zeit meiner Reiseerkundungen 2019/2020 “tobte” (noch) alternatives Leben: neben dem Biergarten “Rummels Bucht” die queer-feministische Wagenburg “Sabotgarden” , in der Bucht das besetzte ehemalige Jugendfreizeitschiff “Freibeuter” , der Boots-Zusammenschluß “Lummerland” und weitere von Künstlern und Aussteigern bewohnte Hausboote, dazwischen “das größte Obdachlosencamp Deutschlands” . Die meisten dieser alternativen “Land- und Seebesetzer” sind inzwischen freilich “geräumt” oder weitergezogen (Stand Herbst 2021). Deutsche und schwedische Investoren planen seit Jahren auf dem Gelände zwischen Ufer und Bahnhof Ostkreuz einen riesigen Bürokomplex, luxuriöse Wohnsiedlungen und den Aquapark “Coral World” , die Bezirksregierung hat es lange verzögert, aber vor kurzem doch genehmigt und muss nun die Bebauung ermöglichen, sprich die Menschen auf dem Gelände “vertreiben”. Wir müssen also schauen, was da zu unserer Reisezeit sein wird.

Ein Hausboot und hunderte hochpreisige Townhouses-Wohnungen in der Rummelsburger Bucht

Ein Hausboot und hunderte hochpreisige Townhouses-Wohnungen in der Rummelsburger Bucht

Auf dem Weg nach Süden zurück zur Elsenbrücke radeln wir am Ende unserer Extra-Runde an den erwähnten Luxus-Neubauten der Halbinsel Stralau zwischen See und Spree vorbei. Diesmal fahren wir den Radweg auf der Bahnüberführung, also auf der Ostseite der Elsenbrücke über die Spree und kommen so direkt in den Bezirk Treptow-Köpenick. Ab jetzt wird es sehr viel ruhiger, wir verlassen das urbane Berlin und radeln zumeist an Uferwegen der Spree entlang oder durch große Parks, Wald und Heide.
Zu Beginn der Treptower Park. Einen großen Teil davon nimmt ein monumentales Gelände ein, das der über 80-tausend sowjetischen Soldaten gedenkt, die im Kampf um Berlin gefallen sind. Auf dem symbolischen, von Sowjetkunst-Sarkophagen eingerahmten Gräberfeld vor dem auf einem riesigen Grabhügel stehenden kolossalen Ehrenmal liegen über 7000 Gefallene. Am Gendarmenmarkt und hier, an diesem Hauptort des Soldaten-Gedenkens der Sowjets (allein in Ostberlin sind 3 weitere große Gedenkorte) wurde 1994 im Beisein von Kohl und Jelzin das militärische Zeremoniell zum Abzug der russischen Truppen abgehalten.

Tempelhofer Feld: 300ha flache Wiese mit Landebahnen zum Radeln

Treptow-Park: Blick über das Gräberfeld in die Ferne auf das 30 m hohe Denkmal des Sowjetischen Soldaten

Wir radeln zurück zur Spree vorbei an der Abtei-Brücke zur „Insel der Jugend“, weiter um den Spreepark (einst einziger Vergnügungspark der DDR, vor 20 Jahren nach Insolvenz in Brachlage gegangen, ein lost place, der aber mitsamt verrostetem Riesenrad und überwucherter Wasserrutsche ab 2024 neu auferstehen soll) rum und durch den Plänterwald zur Spreefähre an der Baumschulenstraße. Drüben geht es alsbald in den nächsten Wald, den Mischwald des Volksparks Wuhlheide, erneut mit großen Freizeitanlagen: das Familienzentrum FEZ, der Park der Minisehenswürdigkeiten Berlin-Brandenburgs (über 80 berühmte Gebäude im Maßstab 1:25), die Freiluftbühne aus sozialistischer Zeit, in der später auch Rocklegenden von Grönemeyer über Deep Purple bis Joe Cocker große Auftritte hatten, Ökoinsel, Wagenpark … Haben wir Zeit für Besichtigungen? Mal schauen.Wir wollen ja eventuell noch nach Alt-Köpenick, schon wegen der literaturhistorischen Romantik zur Hauptmann-Figur vor dem Rathaus, aber auch zum Schloss und vielleicht schon als Abschluss zu dem schönen Biergarten bei der Mündung der Dahme in die Spree.
Für Sehenswürdigkeiten wie Märchenbrunnen, EastSideGalery oder RAW-Gelände werden besonders Fotografen viel Zeit brauchen. Mal sehen, ob wir vielleicht schon von der Spreefähre zum nächsten S-Bahnhof  fahren oder spätestens in Köpenick in die S3 zurück an den Prenzlberg einsteigen.  Bis zum großen Müggelsee wären es noch weitere 10 km, vorwiegend auf breiten asphaltierten Waldwegen.

Blick vom Drachenberg nach Osten: Grunewald - Berlin Mitte

Blick vom Drachenberg nach Osten:   Grunewald – Berlin Mitte

 

6 Samstag (30-70 km)
Berlins reicher Südwesten: schloss – schlösser – Potsdam (mit Wannsee, Griebnitz, Sanssouci)
Wir entscheiden uns nach den Erfahrungen der ersten Tage, ob wir länger radeln oder mehr Pausen für die vielen Sehenswürdigkeiten haben wollen. Es gibt unzählige Varianten schöner Wege per Rad nach Potsdam. Ohne Umwege und auf den Hauptstraßen wären es vom Hotel aus nur knapp 40 km. Dennoch empfehle ich zumindest ein Stück per Bahn aus dem Zentrum raus abzukürzen: mit der S1 bis Zehlendorf oder Wannsee oder mit der S7 bis Charlottenburg oder Grunewald, auch die S25 bringt einem zu einem schönen Ausgangspunkt, nämlich zum Japaneck und der berühmten Kirschbaumallee in Lichterfelde. Oder wir steigen in die U2 vor unserer Hoteltüre und fahren bis zum Kaiserdamm. Nehmen wir das für unsere Beschreibung!
Ein erstes großes Schloss-Schmankerl wäre ein 4-km-Schlenker zur Hohenzollernresidenz Charlottenburg und dem feudalen naturnahen Schlosspark – in den man nach Bürgerprotesten auch weiterhin ohne Eintrittspreis darf. Oder ein „Gipfel-Schmankerl“ mit echter Steigung: zum Drachenberg mit freier Sicht  über die westliche Stadt und den Grunewald. (+2 km)
Und dann? – Radeln wir entlang der romantischen Strände links der Havel oder durch Grunewald und Dahlem? Nehmen wir den Weg am Rand der beiden feudalen Orte, wo viele VIPs und Diplomat*innen Berlins wohnen. Auch da haben wir viel Natur: Grunewaldsee und Jagdschloss, dazu den Waldfriedhof in Dahlem, wo wir die Gräber z.B. von Gottfried Benn, Karl Schmidt-Rottluff, Harald Juhnke und Richard von Weizsäcker finden könnten. Ein Stück noch durchs geschäftige Zehlendorf, an der Freien Universität vorbei und weiter an schönen Villen kommen wir auf den Königsweg, an dem einst die Mauer entlang führte. 7 km geht er als autofreier schattiger (Mauer)Radweg schnurgerade durch den Düppeler Forst nach Kohlhasenbrück, freilich mit Besonderheiten rechts und links, die für Umwege und Halts lohnen. Gleich am Anfang der Waldfriedhof Zehlendorf mit den Gräbern z.B. von Willy Brandt und Hildegard Knef.

Die alte Autobahnbrücke über den Teltowkanal

Die alte Autobahnbrücke über den Teltowkanal (bei Dreilinden)

2 km später überquert der Weg die Autobahn mit Blick rechts auf den ehemaligen Kontrollpunkt Dreilinden. Bald darauf können wir links des Königsweges im Wald den DDR-Kontrollpunkt der 1960er-Jahre und an einem schönen Uferweg entlang dem Teltowkanal die  ehemals Wetsberlin kreiuzende, 1969 stillgelegte und zugewachsene Autobahn suchen (die heutige A115 geht seit 1970 einen km weiter westlich über den Kanal zur heutigen Bundesstraße 1), ebenso die Gleise der alten Friedhofsbahn und der Stammbahn, deren Wiederbelebung von vielen gefordert wird. Diese und weitere spannende neuzeitlich-historische Besonderheiten wie die ehemalige West-Enklave Steinstücken in Brandenburg und die Westberliner Pseudo-Enklave Kleinglienicke lassen sich mit Umwegen von jeweils 1-3 km erradeln.
Länger, aber auch noch bedeutender ist ein Schlenker von 10 km, den wir nach Wannsee machen sollten, wo Kunstfreunde vermutlich die Liebermann-Villa und historisch Interessierte das benachbarte Haus der Wannsee-Konferenz besuchen wollen, mit seinen ebenso lehrreichen wie erschütternden Ausstellungen zur Vorgeschichte und den Folgen der hier beschlossenen „Endlösung der Judenfrage“. Bis hierher sind wir schon gut 30 km geradelt, also spätestens jetzt werden wir auch ein schönes Restaurant oder einen Biergarten für eine Mittagspause suchen. Vielleicht mit Blick vom Wannsee-Ufer auf das gegenüberliegende Strandbad. Packt wer „die Badehose aus“?

Blick vom Bootshaus Bolle hinüber zum Strandbad Wannsee am Festland

Blick vom Bootshaus Bolle hinüber zum Strandbad Wannsee am Festland

Wir haben noch einiges vor uns. Muse und Aufmerksamkeit brauchen bald die schönen Uferblicke am Jungfernsee, Heiliger See, Havelbucht, aber auch die dramatischen Mauergeschichten, nicht nur auf der Glienicker Brücke, dem (übrigens von Ost nach West zu radelnden) Übergang von Wannsee/Westberlin nach Potsdam, einst gerne zum Spione-Tausch zwischen Westen und Ostblock genutzt. Und vor allem: Erst jetzt kommen die ganz großen, meist traumhaft gelegenen Villen und Schlösser. Über die Alsenbrücke beim Stölpchensee und die Böckmannbrücke über den Teltowkanal kommen wir von der Insel Wannsee wieder aufs Festland und zurück zum Ende des Königsweges in Kohlhasenbrück. Südwestlich davon breitet sich das „Beverly Hills am Griebnitzsee“ aus: großteils von Juden erbaute Villen, von Nazis enteignet und deren Funktionären bewohnt und nach 1945 von höchster Politik bezogen: Stalin, Churchill und Truman nutzten drei der Villen als Rückzugsorte beim Potsdamer Abkommen, nämlich als sie im nahen Potsdamer Cecilienhof Berlin, Deutschland und die halbe Welt neu aufteilten. Später wurden die Villen Gästehäuser besonders im Rahmen der Babelsberger Filmstudios nebenan, berühmte Schauspieler und Regisseure wohnten hier vorübergehend, die DDR musste sich aber selbst mit dem Bau der Mauer den Zugang zum See versperren. Heute ist diese Mauer weg, jetzt wohnen viele ganz Schöne und ganz Reiche hier, die ungestört zu ihrer Yacht wollen und seit 2009 erneut der Öffentlichkeit den Weg zum See versperren. Der am Griebitzer See lebende, Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff hat einen kurzen Film zur Geschichte des  Ufers zusammengestellt – mit Bildern vom Mauerfall und heute und einem Protest gegen die Sperrung.

Park Babelsberg, rechts das Schloss, links hinten Glienicke-Bruecke

Im Park Babelsberg, rechts das Schloss, links hinten die Glienicke-Brücke

Geschichte und Gegenwartspolitik anschaulich erleben – selten geht es so direkt wie auf unserem Weg von Westberlin nach Potsdam. Die weiteren bedeutenden Sehenswürdigkeiten seien nur noch kurz aufgezählt: Cecilienhof, das eher ländlich anmutende und doch weltgeschichtlich wohl bedeutsamste Schloss der Neuzeit ist ein erstes Pflichtziel. Von dort führt ein Radweg zum Belvedere mit seinem Blick über Potsdams Prunk aus preußischer Geschichte und weiter zur russischen Kolonie Alexandrovka. Höhepunkt ist dann natürlich Sanssouci, der riesige Park mit Schlössern, Galerien, Palais, Pavillons, Orangerien, normannischen und chinesischen Häusern, römischen Bädern, Brunnen, Kanälen, Brücken, Höfen, Hallen, Windmühlen und – überall – Skulpturen; tausende, verteilt auf ca. 300 Hektar Park. Gut, dass wir per Rad hier sind. Wir werden von oben kommen, von der Residenz des „Alten Fritz“ und eine Runde drehen, natürlich an Orangerie und dem pompösen Neuen Palais vorbei.
Ob wir am Weg auch noch Schlenker machen vorbei an der IT-Uni von Hasso Plattner zu den Babelsberger Filmstudios (+2 km), in den malerischen Park zum Schloss Babelsberg (+3-5 km), zum Jagdschloss Glienicke und seinem künstlich romantisierten Landschaftspark (+1 km) und zum ebenso romantischen „Marmorpalais“ in traumhafter Lage am Ufer des Heiliger See (+ 2km), es wird sich zeigen. Mit allen erwähnten Abstechern wären wir seit Charlottenburg schon über 70 km geradelt. (Falls wir die Tour erst beim S-Bahnhof Wannsee starten, wären es auch schon ca. 50 km.)
Jedenfalls wird es spät sein, wenn wir ins Zentrum von Potsdam einradeln, in die schmucke Fußgängerzone der Altstadt. Hier könnten wir zum Abendessen bleiben. Bevor wir am Alten Markt mit seinen weiteren Museen und Theatern, Schlössern und Regierungs-Palais des Landes Brandenburg vorbeifahren zum Hauptbahnhof. Die S7 bringt uns in 40 Minuten zurück nach Berlin Mitte.

Abendhimmel - oben am Schloss Sanssouci

Abendhimmel – oben am Schloss Sanssouci

Alle Fotos sind von Erwin Aschenbenner oder Mitreisenden im September 2021

7 Sonntag
Unsere Reise geht zu Ende nach einem gemütlichen Frühstück.
Wir empfehlen aber sehr, in Berlin zu verlängern oder wieder zu kommen. Wir sind sicher, dass Sie einige Sehenswürdigkeiten, die wir als Radler nur von außen gesehen haben, noch genauer besehen wollen und noch mehr Zeit zum Erschlendern mancher der nur im Vorbeifahren erkundeten Orte haben möchten. Oder für eine sehr zu empfehlende Bootsfahrt auf der Spree. Auch für Besuche von Museen und Galerien und Läden hatten wir bei unserem Radprogramm keine Zeit.
Sie können direkt verlängern im www.hotel-zarenhof.de/hotel-zarenhof-berlin-prenzlauer-berg/
Vielleicht entdecken Sie aber auch auf unseren Wegen durch die Stadtteile Berlins und seine ländliche Umgebung ein anderes schönes Haus, in dem sie noch ein paar Anschlusstage wohnen möchten.

Reiseleitung: Erwin Aschenbrenner, Astrid Giesen, Christoph Wagner-Neisinger – und Tagesreferenten vor Ort

Leistungen

  •  

     

     

    7 Übernachtungen mit Frühstück (Zi. mit Dusche/WC)

     

  • ÖPNV-Tickets für S-Bahn-Fahrten laut Programm für Mensch und Rad
  • engagierte & kompetente Begleitpersonen für 6-tägiges Programm
  • Vermittlung oder Tipps für Radverleih (siehe Programm Montag)
  • Karten- und Infomaterial

Mindestzahl der Mitreisenden: 6 || Maximalzahl der Mitreisenden: 14

Sobald wir absehen können, dass wir die Mindestteilnehmerzahl 6 nicht erreichen, informieren wir Sie. Im Allgemeinen wird dies 2-3 Monate vor Reisebeginn sein. Unsere letzte Rücktrittsmöglichkeit bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl ist 3 Wochen vor Reisebeginn.

 

Reisedaten:

Termine 2022
22.05. – 29.05. Termin leider ausgebucht

Reisepreis: 890 €
EZ – Zuschlag: 215 €

Frei = Frei Restplätze = Restplätze Ausgebucht = Ausgebucht

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Radeln entlang der Spree zum Regierungsviertel

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Termine 2022
22.05. – 29.05. Termin leider ausgebucht

Reisepreis: 890 €
EZ – Zuschlag: 215 €

Frei = Frei Restplätze = Restplätze Ausgebucht = Ausgebucht

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Reiseleiter Erwin

Reiseleiter Erwin

 Auch das ist Berlin: Am Tegeler Fließ

Auch das ist Berlin: Am Tegeler Fließ

 

Blick auf den Innenhof unseres Hotels Zarenhof am Prenzlauer Berg

Innenhof unseres Hotels Zarenhof

 

Frühstücksraum unseres Hotels

Frühstücksraum unseres Hotels

 

Hotelzimmer (alle mit Balkon zum ruhigen Innenhof)

Hotelzimmer (alle mit Balkon zum ruhigen Innenhof)

 

Alle Fotos, außer den drei Hotelfotos oben, sind von Erwin Aschenbrenner oder Mitreisenden im September 2021

 

Hier mal menschenfrei, das Theater im Mauerpark, gleich bei unserem Hotel

Vormittags noch menschenfrei: Theater im Mauerpark, beim Hotel ums Eck

 

Gruppenstart im Innenhof der Kulturbrauerei

Gruppenstart im Innenhof der Kulturbrauerei

 

Das Brandenburger Tor (wird gerne auch genützt für narzisstische Demos)

Am Brandenburger Tor – selten ohne schräge “deutsche” Aktionen

Berlin Reichstag

Reichstag, hier ohne Demonstranten

 

Brecht-Grab

Brecht-Grab

 

Ein Blick über das Tegeler Fließ (von Lübarser Höhe)

Blick von Lübarser Höhe auf das Fließ

 

Sowjetisches Ehrenmahl in der Schönholzer Heide

Sowjetisches Ehrenmahl in der Schönholzer Heide

 

An der Bornholmer Straße wird die Mauer und ihr Fall anschaulich erklärt

Gedenktafel am Mauerpark: Exerzierplatz - Güterbahnhof - Mauer - Park, Berliner Geschichte

Gedenktafel am Mauerpark: Exerzierplatz – Güterbahnhof – Mauer – Park,   eine typische Berliner Geschichte

 

Freizeitgelände Kulturbrauerei

Freizeitgelände Kulturbrauerei

 

Denkmal Käthe Kollwitz nahe ihrem ehem. Wohnhaus - ein Ruhepunkt im gut situierten, alternativen Kiez

Denkmal Käthe Kollwitz nahe ihrem ehem. Wohnhaus – ein Ruhepunkt im geschäftigen, alternativen Kiez

 

An der Lohmühleninsel – Kreuzberg-Ost

 

Im Gewitterregen über den Tempelhofer Flughafen

Im Gewitterregen über den Tempelhofer Flughafen

 

Kunst zum Mauer-Fall

Kunst an der Mauer (East-Side-Gallery)

 

Molecule Man am Schnittpunkt der Bezirke Kreuzberg-Friedrichshain-Treptow

 

Flatowturm im Park Babelsberg

Flatowturm im Park Babelsberg

 

West-Ost-Geschichte(n): Glienicker Brücke

West-Ost-Geschichte(n): Glienicker Brücke

 

Ort der Weltgeschichte: Cecilienhof

Ort der Weltgeschichte 1945: Cecilienhof

 

Blick von unten auf Schloss Sanssouci

 

Morgendlicher Start im Innenhof des Hotels

Morgendlicher Start im Innenhof des Hotels

 

Björn von Berlin on Bike führt uns in Mitte

Björn v. Berlin on Bike führt uns in Mitte

 

Blick nach Osten auf die geteilte Spree: Museumsinsel – Bode-Museum, im Hintergrund Fernsehturm, Alexanderplatz

 

"Spazierdenken" im Holocaust-Mahnmal

“Spazierdenken” im Holocaust-Mahnmal

 

Grab von Anna Seghers am Dorotheenstädtischen Friedhof

Grab von Anna Seghers am Dorotheenstädtischen Friedhof

Mitten in der Mitte - seit 1990 mehrfach besetztes Haus - Linie206

Mitten in der Mitte – seit 1990 mehrfach besetztes Haus – Linie206

 

Gedächtniskirche am Kudamm

Gedächtniskirche am Kudamm

 

Landleben in Berlins Norden (bei Mönchmühle)

Landleben im Norden (bei Mönchmühle)

 

Der ehemalige Wachturm an der Mauer Berlin-Bergfelde ist heute 'Naturschutz-Turm'

Ehemaliger Wachturm an der Mauer B.-Bergfelde – heute ‘Naturschutz-Turm’

 

Pause am Köppchensee im Tegeler Fliess

Pause am Köppchensee im Tegeler Fliess

 

Mittägliche "Ausspannung" im Alten Dorfkrug in Lübars

Mittägliche “Ausspannung” – vielleicht  im Alten Dorfkrug in Lübars?

 

Pferdekoppeln inmitten des Tegeler Fließ

Pferdekoppeln inmitten des Tegeler Fließ

 

Wo einst Hồ Chí Minh, Chruschtschow, Indira Gandhi, Fidel Castro und Gorbi spazierten: Park und Schloss Schönhausen

Wo einst Hồ Chí Minh, Chruschtschow, Indira Gandhi, Fidel Castro und Gorbi spazierten: Park & Schloss Schönhausen

 

Es gibt sie kaum mehr - die alte Trostlosigkeit der Berliner Mauer

Es gibt sie kaum mehr im “Original”: die Trostlosigkeit der Berliner Mauer

Erklärungstafel am Mauerweg

Erklärungstafel am Mauerweg

Erklärungstafel Wachturm

Erklärungstafel Wachturm

 

An über 100 Stellen - Erklärungstafeln zu den Maueropfern und Fluchtwegen

An über 100 Stellen – Erklärungstafeln zu den Maueropfern und Fluchtwegen

 

Bornholmer Straße: Erklärungstafeln zum Mauer-Fall

Bornholmer Straße: Erklärungstafeln zum Mauer-Fall

 

Erklärungstafel zur Mauer(weg)-Route (hier Sonnenallee - Neukölln)

Erklärungstafel zur Mauer(weg)-Route. Hier Neukölln – Sonnenallee (bekannt durch den gleichnamigen Film)

 

Gethsemane-Kirche

Gethsemane-Kirche

 

Was wird aus der Wiesenburg?

Teils stehen nur noch Fassaden. Was wird aus der Wiesenburg?

 

Marx und Engels - bestaunt

Marx und Engels – bestaunt

 

Blick auf das Engelbecken

Blick auf das Engelbecken

 

Osman Kalins Baumhaus an der Mauer – 2021 eine ungewisse Baustelle

 

Verbarrikatiert und Okt. 2021 geräumt: Wagenplatz in der Koepi137

Verbarrikatiert und Okt. 2021 geräumt: Wagenplatz in der Koepi137

 

Kinderbauernhof am Bethaniendamm

Kinderbauernhof am Bethaniendamm

 

Ausstellung im Kunstquartier Bethanien 50 Jahre Ton Steine Scherben

Ausstellung im Kunstquartier Bethanien “50 Jahre Ton Steine Scherben”

 

Tummelplatz Tempelhofer Feld

Tummelplatz Tempelhofer Feld

 

Tempelhof: Erinnerungstafel an die Rettung Westberlins durch die Rosinenbomber 1948/49

Tempelhof-Erinnerungstafel: Rettung Westberlins durch die Rosinenbomber

 

Gewitterregen auf der Startbahn am Tempelhofer Feld

Gewitterregen auf der Startbahn am Tempelhofer Feld

 

Märchenbrunnen in Friedrichshain

Märchenbrunnen in Friedrichshain

 

Hans im Glück

Hans im Glück – im Volkspark

 

Karl-Marx-Allee - Blick vom Frankfurter Tor Richtung Fernsehturm

Karl-Marx-Allee – Blick von den Frankfurter Türmen Richtung Fernsehturm

 

Der Bruderkuss - wohl berühmtestes Mauer-Gemälde an der East-Side-Gallery

Der Bruderkuss oder: “Mein Gott, hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben” ist wohl  das berühmteste Gemälde der East-Side-Gallery (Der Moskauer Maler Dmitri Wrubel hat seine Galerie in der Kulturbrauerei.)

 

East-Side-Gallery 3

East-Side-Gallery 3

 

East-Side-Gallery 4

East-Side-Gallery 4

 

East Side Gallery 6

East Side Gallery 5

 

Blick auf Spree und Oberbaumbrücke

Blick auf Spree und Oberbaumbrücke

 

Spekulationsgebiet "Mediaspree"

Spekulationsgebiet “Mediaspree”     (links hinten Oberbaumbrücke)

 

Molecule Man 1

Molecule Man 1

 

Molecule Man 2

Molecule Man 2

 

Liebig 34 - Okt. 2020 geräumt

Liebig 34 – eines der letzten besetzten Häuser – Anarcha-Feminist & Queer  Okt. 2020 geräumt

Mainzer Straße heute

Mainzer Straße heute

 

Blick auf Rummelsburger Bucht vom Paul-und-Paula-Ufer

Blick auf die Rummelsburger Bucht vom Paul-und-Paula-Ufer auf Hausboote und Luxus-Neubauten am Südufer

 

Berlin - Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park

Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park

 

Alleen-Kreuzung in der Wuhlheide

Alleen-Kreuzung in der Wuhlheide

 

Berlin - Spree-Überfahrt

Spree-Überfahrt

 

Wagenpark in der Wuhlheide

Wagenpark in der Wuhlheide

Der-Hauptmann vonKöpenick vor dem Rathaus

Der-Hauptmann von Köpenick vor dem Rathaus

 

Potsdamer Wald-Villa

Villa im Grunewald

 

Grab von Willy Brandt

Schlichtes Grab von Willy Brandt     (Waldfriedhof Zehlendorf)

 

Vom Radweg über die A115 hat man diesen Blick auf den ehemal. Kontrollpunkt Dreilinden

Vom Radweg über die A115 hat man      diesen Blick auf den ehemaligen Kontrollpunkt Dreilinden

 

Erläuterungen zum Tourenverlauf Zehlendorf-Wannsee-Griebnitzsee-Glienicke

Erläuterungen zum Tourenverlauf in Wannsee-Griebnitzsee-Glienicke

 

Mauerkunst am Griebnitzsee

Mauerkunst am Griebnitzsee

 

 Erläuterungen zum gesperrten Uferweg am Griebnitzsee

Erläuterungen zum gesperrten Uferweg am Griebnitzsee

 

Uferweg Griebnitzsee entlang der alten Mauer - jetzt per Hecke gesperrt

Uferweg Griebnitzsee entlang der alten Mauer – jetzt per Hecke gesperrt

 

Ost-Exklave Klein Glienicke: engste Mauerstelle Berlins

Ost-Exklave Klein Glienicke: engste Mauerstelle Berlins

 

Blick über die Havel von Babelsberg nach Potsdam

Blick über die Havel von Babelsberg nach Potsdam

 

Cecilienhof - Neuordnung der Welt 1945

Cecilienhof – Neuordnung der Welt 1945

 

Historische Mühle von Sanssouci

Historische Mühle von Sanssouci

 

Eine von so vielen: Potsdamer Villa

Eine von so vielen: Potsdamer Villa

 

Ein durchgehendes Thema: Graffitis

in Berlin gibt es Graffiti auf Schritt und Tritt

Graffitis sind überall, auf Schritt & Tritt, Wie hier an der Eisenbahnbrücke von Friedrichshain nach Treptow,

 

Nicht nur an der East-Side-Gallery - in Berlin gibt es Graffiti auf Schritt und Tritt

oder East-Side-Gallery, Görli, Bahnhöfe …

 

East-Side-Gallery 5

East-Side-Gallery 6

 

Graffiti am "Görli"

Graffiti am alten Bahnhof “Görli”

 

Hier ruht Hildegard Knef

Ich hab noch einen Koffer in Berlin
Berlin, Dein Gesicht hat Sommersprossen
Das ist Berlin, die ewig junge Stadt

Zum Schluss nochmal zurück zur Natur

Radeln durchs Tegeler Fließ

Radeln durchs Tegeler Fließ

 

Einkehr im Galeriegarten in Althermsdorf

Galerie-Garten in Althermsdorf

 

Alle Fotos sind von Erwin Aschenbenner oder Mitreisenden September 2021