Berlin | Radtour

Berlin & Umgebung mit dem Rad

Wie viel wunderschöne Naturlandschaft eine Metropole, wie Berlin, zu bieten hat, kann man am besten mit dem Rad entdecken. So finden wir samt der überall gegenwärtigen Kultur auch Naturidyllen und faszinierende Landschaft, die sonst kaum ein Tourist sieht. Auf Touren übers Land, Spazierfahrten durch die Stadt und Profi-Radführungen begegnen wir, neben origineller Kunst, auch besonderen Persönlichkeiten.

Reiseleitung: Erwin Aschenbrenner

Vorbemerkungen zu Programm und Anforderungen

Wir radeln zum großen Teil in der Natur: Wälder, Moore, Fließe, Seen draußen, riesige Parks und Uferwege an Spree, Havel und an unzähligen Kanälen auch im Innern der Metropole. Berlin entwickelt sich zudem gerade in seinen Kernbezirken zu einer Fahrradstadt mit mehr oder weniger breiten Radwegen auf vielen Haupt- und Nebenstraßen, verkehrsberuhigten Villen-Straßen und neuerdings immer mehr Fahrradstraßen insbesondere in Mitte, Kreuzberg, Prenzlberg, Pankow …

ABER: Es ist dennoch unvermeidlich, dass wir manchmal – z.B. auf unseren Wegen zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten oder zu S-Bahn-Stationen – verkehrsreichen Situationen ausgesetzt sind: laute Straßen, komplizierte Kreuzungsübergänge, rennradelnde Profiraser, auf Radwegen liegen oft Scherben … Nicht alle U- und S-Bahnstationen, auf die wir angewiesen sind, haben Aufzüge. Zudem kann Reiseleiter Erwin bei dieser Tour nicht – wie sonst auf dem Land – einfache Varianten für Abkürzungen oder Rückwege anbieten.

ALSO: Die Anforderungen an Mitreisende sind höher, was flexible und zügige Verkehrstauglichkeit angeht. Bei eigenen Rädern sind unplattbare Mäntel wichtig. Mitreisende sollten ihre Räder über Stufen tragen können und sich zutrauen, mit den fahrradfreundlichen Verkehrsmitteln in Berlin (ein Wochenticket für den Berliner ÖPNV einschließlich Potsdam für Mensch und Rad ist im Preis) ggf. selbständig zum Hotel zurückzufinden. Auch zügiges Nachkommen und Mitdenken in komplexen Verkehrssituationen sind wichtig. Wer stehen bleibt wegen Fotos oder Spontanentdeckungen muss das in der Stadt deutlich zum Reiseleiter nach vorne vermitteln. Wobei wir natürlich bei vielen sehenswürdigen Besonderheiten Pausen machen zum Rasten, Staunen, Fotografieren, Schlendern (der Reiseleiter bleibt dann bei den Rädern).

 

Unser 4-Sterne-Hotel Zarenhof am Prenzlauer Berg
(ohne überflüssigen Luxus, 3 Sterne sind m.E. für das schöne Hotel auch passend)
liegt ruhig in einem weitläufigen aufgeräumten Hinterhof, in dem wir auch unsere Räder gut parken können.
https://www.hotel-zarenhof.de/hotel-zarenhof-berlin-prenzlauer-berg/

Eine U-Bahn- und Trambahn-Station ist 50 m vor der Hoteltüre, vom Hauptbahnhof sind es 15 Radminuten (oder 10 Minuten mit der Tram M10), 10 Radminuten (großteils auf weitgehend autofreien Fahrradstraßen) sind es ins Zentrum (z.B. zur S-Bahn am Hackeschen Markt und am Alexanderplatz). Und nur 3 Fußminuten sind es zur Kulturbrauerei, wo neben vielen „alternativen“ Sozial- und Kunstläden (Flohmarkt, Galerien, Theater, Cafés, Lebensmittel-Läden, DDR-Museum …) auch unser Partner Berlin-on-bike seinen Ausgangsort und seinen Rad-Fuhrpark hat. Urige Kneipen, Biergärten und gehobene Restaurants z.B. in der nahen Kastanienallee und im ganzen Kollwitz-Kiez, ferner viele sehenswürdige Kleinode in Spaziernähe (Jüdischer Friedhof, die „Widerstands-Kirchen“ der 80er-Jahre Gethsemane und Zion, Mauer-Museum, Café Achteck …), dazu der abends hochlebendige Mauerpark mit seinen Straßenmusikern gleich um die Ecke …

 

PROGRAMM – kurz:

An 3 der 5 Tage sind wir ganztags unterwegs, fahren hinaus in den Südosten, Südwesten und Norden Berlins und mit der S-Bahn zurück (bzw. hin). An 2 Vormittagen macht Berlin-on-bike eigens für uns dreistündige Führungen. Ein Überblick zu Berlin-Mitte und das intensive Thema der Berliner Mauer und des Ostens können besser Experten vor Ort erläutern und erzählen. Nachmittags bietet Erwin dann auf Wunsch gerne innerstädtische Touren (Mitte2+Charlottenburg und Kreuzberg+Tempelhof-Schöneberg) an.

Hier ein möglicher Plan, natürlich sind wir nach Wetter und Laune flexibel:

1a Montag vormittags – „Berlin im Überblick“
In der Kulturbrauerei, 3 Fußminuten vom Hotel, können wir 9.30 h die Räder ausleihen (Sonderpreis 55 Euro für die 5 Tage) und starten 10 h mit der höchst lehrreichen Klassiker-Tour „Berlin im Überblick“ nach Berlin Mitte.
Die Geschichte Berlins vom Alten Fritz über die Nazi- und DDR-Prägung bis zur aktuellen Gentrifizierung soll Hauptthema sein. https://berlinonbike.de/radtouren/radtour-berlin-im-ueberblick/

1b Montag nachmittags (15-25 km)
Anders durch Berlin Mitte – und zum Kurfürstendamm
Der „Überblick“ konnte auch in Mitte nur einen Mini-Teil zeigen. Deswegen nochmals, aber anders und mit Erwin durch Berlin Mitte, viel auf Fahrradstraßen und Parkwegen, dennoch eine Tour zwischen Ruhe und Trubel: Kurze Halts z.B. bei den Heckmann-Höfen, Blick auf Museumsinsel, Synagoge, Brecht-Grab, Brandenburger Tor, „Holocaust-Denkmal“, Tiergarten, Kurfürstendamm mit Gedächtniskirche, Bahnhof Zoo.
Zurück entweder mit der U2 direkt zum Hotel, oder per Rad, nochmals ca. 10 km.

2 Dienstag (40-55 km)
Berlins Norden: Naturidyllen und ländliche West- und Ost-Kultur
Vom Bahnhof Bornholmer Straße geht’s mit der S8 raus aus Berlin in den Landkreis Oberhavel. Ein kurzes Stück geht es dörflich zu einem eindrücklichen Abschnitt der Berliner Mauer, danach pendeln wir zwischen den Stadt-Bezirken Reinickendorf (West) und Pankow (Ost): teils am breit asphaltierten Mauerweg, teils auf Forstwegen und malerischen Wiesen- und Uferpfaden durch die Naturidyllen des Tegeler Fließ. Fast am Ende die „Uferpromenaden“ der Panke, die uns ganz nebenbei durch Schloss- und Volksparks und kleinstädtische Villenviertel mit Literatur- und Funktionärsgeschichte bringen.

3a Mittwoch vormittags – Mauer-Tour
Radtouren in Berlin stoßen immer wieder auf die ehemalige Mauer. Gestern sind wir an der nördlichen Strecke ein kleines Stück an der Brandenburger Grenze geradelt. Heute vertiefen wir das Thema an einem ca. 10km langen Stück der innerstädtischen Mauer: Bornholmer Straße, Bernauer Straße mit anschaulichen Open-Air-Gedenkstätten, Invalidenfriedhof, Brandenburger Tor, Checkpoint Charlie … Die Komplexität und Dramatik des Themas kann nur ein Historiker und ein Berliner erläutern. Berlin-on-bike hat solche Experten.
https://berlinonbike.de/radtouren/berliner-mauer/

3b Mittwoch nachmittags (20-30 km)
Von schick bis wild: Kreuzberg – Neukölln – Tempelhof – Schöneberg
Mit Erwin durch teils schicke, teils wilde, teils schwäbische, teils türkische Stadtviertel südlich von Mitte. Wir streifen dort die Klischees des alternativen, revolutionären und wilden West-Berlins: „Punk, besetzte Häuser, Straßenschlachten“. Am Weg aber auch eine Menge städtische und doch autofreie Idyllen: Fahrradstraßen, Parks und riesige „Felder“ wie der ehemalige Tempelhofer Flughafen.
Es geht durch Mitte nach Kreuzberg mit seinen Szene-Kiezen, im Volkspark Hasenheide Neukölln tangierend, dann über das Tempelhofer Feld, eine der größten innerstädtischen Freizeitflächen weltweit, durch den Viktoriapark mit seinem künstlichen Wasserfall, zum St. Matthäus-Friedhof in Schöneberg und zum Park am Gleisdreieck, von wo uns wieder die U2 zurückbringen kann zum Hotel. Oder auch der Mauerweg von heute Vormittag, dann sind es + 10 km.

4 Donnerstag (35-55 km)
Berlins Südosten mit Köpenick: Zwischen Sozialismus und Punk
Heute bleiben wir im Osten. Durch Friedrichshain und Lichtenberg, die idyllischen Spreebuchten mehrmals kreuzend, geht es Spree-aufwärts nach Treptow und ins bürgerliche Köpenick mit vielen bestaunenswerten Stationen: Märchenhafter Volkspark Friedrichshain – DDR-Prunk „Karl-Marx-Allee“ – touristisch schön: EastSideGalery – ev. ein kurzer West-Schlenker zur „Szene“ am Görlitzer Park – Mauergeschichte am Schlesischen Busch – Kneipen-Schmankerl am Flutgraben – geschäftiger gentrifizierter Boxhagener Kiez und bescheidener Kaskel-Kiez (Mittagspause?) – Alternatividyll Rummelsburger Bucht – Soldaten- und Sozialismusgeschichte im Treptower Park – Spreeufer am Plänterwald –  Alternativszenerie Wuhlheide – (nicht nur literarische) Spree-Romantik in Alt-Köpenick (mit schönen Ufer-Restaurants für ein ev. Abendessen).
Für Sehenswürdigkeiten wie die EastSideGalery werden besonders Fotografen viel Zeit brauchen. Mal sehen, ob wir am Abend in Köpenick schon in die S3 zurück an den Prenzberg einsteigen oder weitere 10 km bis zum Müggelsee radeln oder es gar um den Müggelsee bis Erkner schaffen.

5 Freitag (30-60 km)
Berlins Südwesten: schloss – schlösser – Potsdam (mit Wannsee, Griebnitz, Sanssouci)
Wir wissen inzwischen Bescheid, ob wir lieber lange radeln, also schon am S-Bahnhof Grunewald starten oder gar schon in Charlottenburg. Und Schmankerl wie das Jagdschloss Grunewald und den vornehmen Villen-, Studenten-, Forschungs- und Museums-Ort Dahlem auf schattigen Forstwegen „mitnehmen“. Oder uns mehr Zeit nehmen wollen bei den Sehenswürdigkeiten und mit der S7 gleich bis Wannsee durchfahren.
Genug zu sehen wird es jedenfalls geben: Liebermannvilla und Haus der Wannsee-Konferenz, Königsweg im Düppeler Forst, Traumvillen am Griebnitzsee (u.a. bewohnt von Stalin und Churchill 1945), Babelsberger Schlösser, Glienicke Brücke mit neuen Mauer-Geschichten, Heiliger See, Cecilienhof – DER weltpolitische Ort Sommer 1945, Marmorpalais und Belvedere (mit tatsächlich großartiger Sicht), die russische Kolonie Alexandrovka – und natürlich die unzähligen Schlösser, Kirchen, Museen und Denkmäler im Park Sanssouci.
Spätestens abends wollen wir jedenfalls in der schmuck-aufgeräumte Fußgängerzone der Altstadt sein, danach noch Nikolaikirche und Stadtschloss am Alten Markt gleich beim Hauptbahnhof Potsdam. Oder wer will, auch noch eine abendliche Tour hoch zum Wissenschaftspark am Einsteinturm oder zum Sonnenuntergang am Flatow-Turm in Babelsberg?
All das können wir fast durchgehen auf autofreien Park-, Forst- und Uferwegen erkunden. Unterbrochen freilich und unvermeidlich von kleineren und größeren, leiseren und lauteren Straßen.
Ob wir unseren Abschiedsabend in Potsdam verbringen oder in Berlin, wir werden sehen. Jedenfalls bringt uns die S7 schnell zurück nach Berlin Mitte – an den Prenzlberg.

6 Samstag
Die Reise ist zu Ende nach dem Frühstück.
Wir empfehlen, in Berlin zu verlängern. Wir sind nämlich fast sicher, dass Sie einige Sehenswürdigkeiten, die wir als Radler nur von außen gesehen haben, noch genauer besehen wollen und noch mehr Zeit zum Erschlendern einiger erkundeter Orte und/oder für Museumsbesuche haben möchten.

 

PROGRAMM – ausführlich:

Wie geschrieben, ein möglicher Plan, wir sind nach Wetter und Laune flexibel,
auch die Reihenfolge der Tage können wir in Teilen noch ändern.

1a Montag vormittags – „Berlin im Überblick“
In der Kulturbrauerei, 3 Fußminuten vom Hotel, können wir 9.30 h die Räder ausleihen (Sonderpreis 55 Euro für die 5 Tage) und starten 10 h mit der Klassiker-Tour „Berlin im Überblick“ nach Berlin Mitte.
https://berlinonbike.de/radtouren/radtour-berlin-im-ueberblick/
Das – nicht erst, aber besonders seit 1990 – große Berliner Thema der Gentrifizierung (der Verdrängung einkommensschwacher „Einheimischer“, oft eingeleitet durch „alternative“ Kiez-Pioniere vom engagierten Hausbesetzer über den begabten Hobby-Kneipier bis zum abenteuerliebenden Kunstprofessor, zu denen dann langsam und gerne einkommensstarkes Establishment nachrückt) lässt sich innerhalb Berlins wohl am deutlichsten direkt am Prenzlauer Berg zeigen. Die dreistündige Tour führt aber vor allem nach Berlin-Mitte, weil hier die Preußische und Deutsche Geschichte – von Friedrich dem Großen über Holocaust und 40jährige DDR-Prägung bis zum modernen Regierungsviertel – anschaulich werden kann wie sonst an keinem anderen Ort. Und es wird deutlich werden, warum gerade Berlin „verdammt ist (bzw. war), immerfort zu werden und nie zu sein“ (Karl Scheffler).

1b Montag nachmittags (15-25 km)
Anders durch Berlin Mitte – und zum Kurfürstendamm
Nur einen kleinen Teil vom zentralen Berlin werden wir am lehrreichen Vormittag gesehen haben. Deswegen fährt Erwin nochmals und anders durch Berlin Mitte auf einer Tour zwischen Ruhe und Trubel: Wir bleiben die längsten Strecken auf autofreien Fahrradstraßen, Uferwegen und Parkwegen, kommen naturgemäß aber auch an trubeligen massentouristische Orten (nicht) vorbei. Diesmal ohne große Erläuterungen könnten z.B. Haltepunkte zum Schlendern (Erwin kann die Räder bewachen) sein: die Hinterhöfe zwischen Kunst und Kommerz um die Sophienstraße (Hackesche, Heckmann, Gips, Schwarzenberg), Blick auf Museumsinsel, Synagoge, Brecht-Grab (am Dorotheenstädtischen Friedhof liegen aber auch Hegel, Fichte, Litfaß, Helene Weigel, Bernhard Minetti, Otto Sanders, Christa Wolf, Egon Bahr …), Brandenburger Tor, „Holocaust-Denkmal“ – zum Abend hin Rast im riesigen Tiergarten (z.B. auf der ruhigen romantischen Luiseninsel oder im Café am Neuen See, gleichzeitig einer der schönsten Biergärten Berlins), am Ende Kurfürstendamm mit Gedächtniskirche und Bahnhof Zoo. Von hier bringt uns die U2 direkt vor das Hotel zurück. Per Rad durch den Kanzlerpark und über die Promenade am Schifffahrtskanal wären es aber auch nur ca. 10 km.

2 Dienstag (40-55 km)
Berlins Norden: Naturidyllen und ländliche West- und Ost-Kultur
Auf versteckten Wegen an der Max-Schmeling-Halle vorbei kommen wir zum Bahnhof an der Bornholmer Straße, mit seiner dort bebilderten Geschichte 9.11.1989 – für uns Abfahrtsort mit der S8 in den Norden, wo Berlin sehr dörflich wird. In Bergfelde steigen wir aus, es gehört tatsächlich nicht mehr zur Stadt, sondern zum brandenburgischen Landkreis Oberhavel. Die oftmals schmuck sanierten Häuser wollen aber nicht verbergen, dass hier einstmals DDR war. Nahebei die Mauer, wir treffen auf einen der ganz wenigen anschaulichen Orte, die noch die skrupellose logistische Breite und dramatische Tiefe dieses „Grenz-Denkmals“ zeigen können. Die dort erzählten Geschichten sprechen für sich. Der Wachturm und das Waldbiotop dient heute den Naturschützern.
Am Mauer-Radweg geht es nach Süden, Waldweg zuerst, dann ins westberlinische Frohnau – wer merkt, wo der ehemalige Osten (Brandenburg bzw. Pankow) aufhört und das ehemalige West-Berlin (Reinickendorf) anfängt? Die Mauer macht einen „Entenschnabel“ und führt uns dann zu Regional-Radwegen in der wunderschönen Moor- und Seenlandschaft des Tegeler Fließ; aufgelockert durch westberlinische Dorfidyllen wie Lübars und Althermsdorf, durch Reiter- und Bauernhöfe und zum Glück auch durch Land- und Wirtshäuser – in einem sehr schönen mit Galerie kehren wir Mittags ein.
Auch nachmittags Naturidyll am Wasser, durch Fließland und verwilderte Parks, mit evtl. Schlenker zum Nordgraben und am Rathaus Reinickendorf vorbei, in Wilhelmsruh treffen wir wieder auf den Mauerweg, breit ausgebaut, eine der neuen komfortablen Radstraßen. Sie führt uns zum Flüsschen Panke und ins zentrale Pankow mit dem einstigen Villenviertel am Majakowskiring, erbaut von Industriellen, Hans Fallada wohnte bis 1947 hier, 1949 wurden fast alle Besitzer enteignet, die höchsten SED-Funktionäre übernahmen die Villen, ebenso wie Schloss Schönhausen, das zum Amtssitz des DDR-Präsidenten und des Staatsrates wurde, bis 1964. Staatsbesucher wie Hồ Chí Minh oder Chruschtschow wurden hier empfangen, später logierten Staatsgäste wie Indira Gandhi, Fidel Castro oder Michail Gorbatschow im Schloss. Heute führt ein idyllischer Uferradweg entlang der Panke vorbei an dem recht wenig beachteten musealen Schloss und Schlosspark und durch den kleinen Bürgerpark Pankow. Kurz vor der Mündung der Panke in die Spree (schon längst in Bezirk Mitte) biegen wir links ab zum den lebendigen Volkspark Humboldthain (evtl. mit einem Schlenker zum malerisch-ruhigen Rosengarten und zu der großen Aussicht auf dem Flakturm am nördlichen Trümmerberg, 85 m hoch) und kommen nach einer intensiven natur- und geschichtsnahen Tour zurück durch den Mauerpark (abends ist hier vermutlich schon Musik, Punk und Trubel) zu unserem ruhigen Hotel am Prenzlberg.

3a Mittwoch vormittags – Mauer-Tour
Radtouren in Berlin stoßen zwangsweise immer wieder auf die ehemalige Mauer – und inzwischen darf man fast sicher sein, dass man dort einen guten Radweg antrifft, der einen von allen Außenbezirken in Berlins Mitte zurückführt, die die Mauer ebenfalls zu Dreiviertel umkreist. Auch bei uns wird kein Tourentag vergehen, an dem wir nicht mehrmals auf die Mauer stoßen. Gestern waren wir z.B. an der nördlichen Mauerstrecke ein kleines Stück an der Brandenburger Grenze geradelt und überquerten sowohl in Pankow als auch in Mitte immer wieder die ehemalige Ost-West-Grenze.
Heute vertiefen wir bei einer nochmaligen dreistündigen Rad-Führung das Thema an einem ca. 10km langen Stück der innerstädtischen Mauer. Gethsemane-Kirche, Bornholmer Straße, Bernauer Straße mit der Open-Air-Gedenkstätte, Invalidenfriedhof, Brandenburger Tor, Potsdamer Platz, Checkpoint Charlie … Die Komplexität und Dramatik des Themas kann nur ein Historiker und ein Berliner erläutern. Berlin-on-bike hat solche Experten.
https://berlinonbike.de/radtouren/berliner-mauer/
Unser Hotel ist übrigens keinen Kilometer entfernt von zwei Kernorten der Mauer, mit denen unsere Tour beginnen wird:
Zum einen nördlich die Bornholmer Straße, wo „sich“ die Mauer am Abend des 9.11. zuerst öffnete. Der empfehlenswerte, vielleicht für die ernste Lage etwas zu komödiantisch geratene Film „Bornholmer Straße“ (erstmals gezeigt in der ARD, 5.11.2014), der die skurril-dramatischen Abendstunden dort veranschaulicht, hat diese Situation auch im Westen bekannt gemacht.
Und zum anderen im Südwesten die Bernauer Straße, wo die Häuserfronten teils noch im Ostteil der Stadt standen, der Bürgersteig dagegen schon auf Westberliner Gebiet. Einige Anwohner konnten aus den Fenstern ihrer Wohnungen in den Westsektor springen, dabei gab es erste Tote. Aber bald wurden die Fenster vermauert und die Mieter mussten aus den Wohnungen ausziehen. – An der Bernauer Straße befindet sich heute die wohl anschaulichste Open-Air-Gedenkstätte der Ost-West-Trennung: u.a. ein 70m langes Stück der Berliner Mauer mit der breiten Logistik von Grenzstreifen, Signaltechnik, Kolonnenweg, Doppelmauer, Wachturm …
Googeln sie „Berliner Mauer, Bernauer Straße“ es gibt da viele Kurzfilme mit alten Bildern und kurze Lehrfilme der Gedenkstätte; z.B.
www.berlin-mauer.de/videos/flucht-an-der-bernauer-strasse-1961-534/ 

 

3b Mittwoch nachmittags (20-30 km)
Von schick bis wild: Kreuzberg – Neukölln – Tempelhof – Schöneberg
Mit Erwin durch teils schicke, teils wilde, teils schwäbische, teils türkische Stadtviertel südlich von Mitte. Wir streifen dort die Klischees des alternativen, revolutionären und wilden West-Berlins: „Punk, besetzte Häuser, Straßenschlachten“. Am Weg aber auch eine Menge städtische und doch autofreie Idyllen: Fahrradstraßen, Parks und riesige „Felder“ wie der ehemalige Tempelhofer Flughafen.
Über die Spree und die Musemsinsel radeln wir nach Kreuzberg, kommen wieder zur Mauer. Dort steht das wohl berühmteste besetzte Berliner Haus, das von Rio Reiser besungene „Rauch-Haus“, dessen Bewohner gleichzeitig die Politiker in Westen und im Osten zu ärgern verstanden. Gleich dahinter können wir mehrere neue Fahrradstraßen nützen, die uns fast bis zum Park Hasenheide führen. Wir passieren dabei die Kreuzberger Szene, Wrangelkiez, SO36, Graefekiez und sammeln farbenfrohe Eindrücke eines immer-noch Multi-Kulti-Viertels. Durchaus mit Wohlstand, etwas anders halt, teils anarchischer, teils strenger. Etwa 65% der Bewohner hier haben keine deutschen Großeltern. Aber auch Kreuzberg hat längst seine Gentrifizierungsprobleme.
Der Volkspark Hasenheide gehört schon zu Neukölln. Er bringt uns erneut autofrei direkt zum ehemaligen Flughafen Tempelhof. Das Tempelhofer Feld ist mit 300 Hektar (ca. 500 Fußballfelder) eine der weltweit größten innerstädtischen Freiflächen: zum Skaten, Schlendern, Gärtnern, Picknicken, Vogelbeobachten, Kite-Surfen und natürlich auch zum Radeln. Zudem lässt sich hier Geschichte erradeln: das (heute großteils ungenutzte) Flughafengebäude war in der Nazizeit mit 9000 Büros das größte Gebäude der Welt, ab 1940 waren tausende Zwangsarbeiter für die Rüstungsindustrie untergebracht; 1948/49, als die Sowjets die Zufahrtswege durch ihre DDR-Besatzungszone sperrten, konnte Westberlin nur dank einer Luftbrücke zum Flughafen Tempelhof gerettet werden – über 10 Monate lang landete etwa alle 3 Minuten ein „Rosinenbomber“ der Alliierten. – 2008 wurde der große Flughafen BER geplant und der Flugbetrieb hier aufgegeben; danach dutzende, teure Bebauungspläne für das „Feld“; ein erfolgreiches Volksbegehren vor 6 Jahren sichert aber bis heute noch die freie, öffentliche, chaotisch-unbürokratische Zugänglichkeit gegen kommerzielle Bebauungs-Pläne.
Am Nordwestlichen Ausgang des Feldes noch ein Kreuzberger Kiez zwischen wild und vegan: die Bergmannstraße. Sie führt uns in den Viktoriapark mit seinem künstlichen Wasserfall und dem echten Kreuzberg, mit 66 m höchste natürliche Erhebung Berlins. Wir machen zum Schluss einen kleinen Schlenker nach  Schöneberg, in das ehemalige Arbeiterviertel „Rote Insel“, heute eher reiche Wohngegend. Hier könnten wir noch die Geburtshäuser von Marlene Dietrich und Hildegard Knef finden, oder auch die Berliner Wohnung von David Bowie Ende der 70er Jahre. Und am romantischen St. Matthäus-Friedhof könnten wir die Gräber der Gebrüder Grimm oder auch das Grab von Rio Reiser suchen.
Es wird schon Abend sein. Durch den Park am Gleisdreieck sind wir in ein paar Minuten an der U2, die uns in 20 Minunten direkt vor das Hotel bringt. Alternativ können wir den Mauerweg von heute Vormittag in umgekehrter Richtung heimradeln, denn wir sind nahe am Potsdamer Platz und Checkpoint Charlie. Es wären dann noch +10 km.
(Kurios: Wir sind am Nachmittag einiges östlicher geradelt als am Mauerweg heute Vormittag, und sind doch zu über 90% im ehemaligen Westberlin gewesen.)

Weiterer Text zum ausführlicheren Programm Donnerstag und Freitag folgt!

Später auch noch Bilder.

Wir bitten um etwas Geduld.

Leistungen

  •  6 Übernachtungen mit Frühstück (Zi. mit Dusche/WC)

  • engagierte & kompetente Begleitperson
  • Karten- und Infomaterial

Maximalzahl der Mitreisenden: 14 || Mindestzahl der Mitreisenden: 6

Sobald wir absehen können, dass wir die Mindestteil
nehmerzahl 6 nicht erreichen, informieren wir Sie. Im Allgemeinen wird dies 2-3 Monate vor Reisebeginn sein.
 Unsere letzte Rücktrittsmöglichkeit bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl ist 3 Wochen vor Reisebeginn.

 

Reisedaten:

Termine 2021
27.09. – 03.10. Es gibt noch freie Plätze

Reisepreis: 790 €
EZ – Zuschlag: 190 €

Frei = Frei Restplätze = Restplätze Ausgebucht = Ausgebucht

Reise buchen

Infoanforderung Leistungen
Technische Infos AGBs
Reiseversicherung Seite drucken

 

 

Reisedaten:

Termine 2021
27.09. – 03.10. Es gibt noch freie Plätze

Reisepreis: 790 €
EZ – Zuschlag: 190 €

Frei = Frei Restplätze = Restplätze Ausgebucht = Ausgebucht

Reise buchen

Infoanforderung Leistungen
Technische Infos AGBs
Reiseversicherung Seite drucken

 

Bilder folgen spätestens Dezember 2020