Architekturreise / Literaturreise / Musikreise / Kulturreise
in Osteuropa / Tschechien / Südmähren / Brünn

Ostern in Brünn
Eine Städtereise in der Frühling

Brünner Panorama: Dom, Jakobskirche und die Festung Spielberg

Brünner Panorama: Dom, Jakobskirche und die Festung Spielberg

Traditionen werden in Mähren noch gern gelebt, auch die christlichen, die hier im historischen Spannungsfeld von Byzanz und Bayern entstanden. Immer noch werden hier auch die griechischen Slawenapostel Cyril und Method verehrt. So liegt es nahe, das  Osterfest einmal mit einer interessanten Kulturreise nach Brünn zu verbinden. Immer wieder hat sich diese Stadt neu erfunden und ist dabei liebenswert geblieben. Sie schafft den schwierigen Seiltanz zwischen Moderne und Heiterkeit, Ratio und Gemüt, Kneipen und Bauhaus-Cafés. Eine spannende Kulturreise in die klassische Moderne: die Literatur Robert Musils, Milan Kunderas und Jan Skácels, die Musik von Leoš Janáček und die „weiße Moderne“ des Neuen Bauens. Eine Avantgarde, in der es sich gut leben lässt. Gerade auch an Ostern. Und weil die Musik in Mähren immer eine große Rolle spielt, werden wir versuchen, ein traditionelles oder modernes Osterkonzert zu besuchen, je nach Programmangebot.

Ihre Reisebegleiter sind unser architekturbegeisterter Literaturkenner Arthur Schnabl und unsere Brünner Mähren-Expertin Blanka Návratová.

 

Programm:

Sa.: Anfahrt, Treffpunkt ca. 18.40 h am Hauptbahnhof Brno. Wir wohnen im Hotel Grand, gleich gegenüber dem Hauptbahnhof. Genaues im Anschreiben.

So.: Mährische Metropole mit Augenmaß. Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns zu einem ersten Osterspaziergang durch Brünn auf. Und am Ostersonntag steht natürlich zunächst ein Kirchenbesuch an. Die gotische Kirche Maria Himmelfahrt in Alt-Brünn ist ein schönes Beispiel böhmischer Kathedralenkunst. Zu ihr gehört auch die anrührende Geschichte der böhmischen Königin Eliška Rejčka, die sich in dieser Kirche „von ihren Sünden ausruht“, wie der Brünner Poet Jan Skácel schreibt. Dann erleben Sie zwischen Domhügel und  Krautmarkt die verschiedenen historischen und architektonischen Seiten der Stadt:  Renaissance, Jugendstil und Bauhaus. Am Ende erzählt das neu gestaltete Beinhaus der Jakobskirche von Leben und Tod im alten Brünn.

Abends erfahren Sie mit der Hilfe von Milan Kundera und Blanka Návratová einiges über mährische Musik und Bräuche.

Mo.: UNESCO-Schätze in der Provinz: Christliche und jüdische Kultur in Třebíč. Der Ostermontag wird in Mähren seit alter Zeit mit dem slawischen Brauch des Osterpeitschens begonnen. Dabei werden die Frauen mit buntbebänderten Weidenruten mehr oder weniger zart gepeitscht.  Was sie durchaus als Kompliment betrachten. Nach dieser Zeremonie machen wir einen Zug-Ausflug in das UNESCO-Städtchen Třebíč. Das gut erhaltene Ghetto, das im letzten Moment vor dem Abriß bewahrt wurde, lässt jüdische Lebensformen sichtbar werden. Vor allem der Besuch eines ehemaligen jüdischen Kaufmannshauses bringt uns viele Aspekte jüdischen Lebens nahe. Und eine großartige romanisch-gotische Basilika wie St. Prokop würde hier auch niemand vermuten. Mittagessen in der ehemaligen Schnapsbrennerei des Schlosses.

Di.: Moderne Volkskunst in Musik und Architektur. Brünn bringt gern Altes und Neues zusammen. Der Komponist Leoš Janáček verband Tradition und Moderne zu einer völlig neuen Musiksprache. In seiner kleinen Villa erwartet uns eine ungewöhnliche Aufführung des „Schlauen Füchsleins“, in der ein Frosch eine entscheidende Rolle spielt. Dann fahren wir mit der Straßenbahn in den Stadtteil Žabovřesky, was in deutscher Übersetzung „Froschgeschrei“ heißt, wo wir die versteckte Folklore-Villa des bekannten Jugendstil-Architekten Dušan Jurkovič besuchen. Zu Mittag essen wir gleich nebenan in der hübschen Bierstube „Rosnička“, was auf Deutsch „Laubfrosch“ heißt. Und dazu hören wir eigenwillige Geschichten des neuen tschechischen „Kafka“, Jiří Kratochvil, in denen Frösche seltsamerweise keine Rolle spielen, dafür aber die Gespenster der Zeit.

Mi.: Brünner Geschichten – Deutsche, Tschechen und Roma. Ein intensiver Tag steht uns bevor, der den einzigartigen kulturellen und historischen Reichtum Brünns veranschaulicht. Die analytische Prosa Robert Musils und Milan Kunderas prägt die Stadt ebenso wie die zu Herzen gehende Poesie Jan Skácels. Wir erleben die Literatur zwischen Mietshäusern und Friedhof, wo wir bei Skáces Grab eine Rose niederlegen. Dann geht es mit der Tram in die „Cejl“, wo Kneipen und alte Fabriken das Milieu prägen. Und die faszinierende Jugendstilkirche „Maria Empfängnis“, die das ehemalige Arbeiterviertel in der kuk-Zeit aufwerten sollte. Heute ist die „Cejl“ ein Zentrum der Romabevölkerung. Das weltweit einzigartige Roma-Museum wird uns diese fremdartige Kultur näherzubringen.

Die Jugendstilkirche "Maria Empfängnis. Exquisite Schönheit im Arbeiterviertel

Die Jugendstilkirche „Maria Empfängnis. Exquisite Schönheit im Arbeiterviertel

Do.: Jüdisches Brünn zwischen Bauhaus und Thora. Juden waren entscheidend am Aufstieg der Metropole Brünn beteiligt: als Unternehmer und Künstler. Ihrem Schicksal gehen wir auf dem glücklicherweise erhaltenen großen jüdischen Friedhof nach. Dann besuchen wir die Villen zweier wichtiger jüdischer Familien: die traditionelle Villa des Fabrikanten Alfred Löw-Beer und die berühmte Bauhaus- Villa seines Schwiegersohns Fritz Tugendhat. Obwohl nur 200 m auseinander, liegen Welten zwischen ihnen. Zwei Lehrbeispiele kultureller Unterschiede. In der historistischen Villa Löw-Beer ist zudem eine exzellente Ausstellung zum industriellen Brünn untergebracht. Auch unser Mittagessen ist nicht nur ein kulinarischer sondern auch ein optischer Höhepunkt: im restaurierten Bauhaus-Café ERA kann man die elegante Atmosphäre von 1931 erleben.

Und den Abschiedsabend werden wir hoffentlich mit mährischen Weinen und einem Cymbal-Konzert in der Klosterweinstube feiern.

Fr.: Frühstück und Heimfahrt. Zum Beispiel mit dem Direktzug stündlich nach Prag (2,5 Stunden) oder Wien (2 Stunden).

 

Wollen Sie vielleicht noch ein paar Tage in einer der schönsten Städte Europas anschließen?
Schauen Sie auf unsere Seite: Prag hautnah.

Leistungen

  • 6 Übernachtungen mit Frühstück
    (Zimmer mit Dusche/WC)
  • 2 kompetente Begleitpersonen
  • alle Fahrten laut Programm
  • Lese- und Gesprächsabende
  • Eintrittskarten Museen und Konzert-Abend
  • Karten-, Lese-, und Infomaterial

Reisebegleiter: Arthur Schnabl und Blanka Návratová

Maximalzahl der Mitreisenden: 17 || Mindestzahl der Mitreisenden: 7

Bei gelbem Punkt („ noch wenige Plätze frei“) findet die Reise sicher statt. Um Ihnen (und Reiseleitern und Hotels) Planungssicherheit zu geben, informieren wir Sie möglichst frühzeitig, sobald wir absehen, dass wir die Mindestzahl evtl. nicht erreichen. Meist wird dies 2-3 Monate vor Reisebeginn sein. Unsere letzte Rücktrittsmöglichkeit bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl ist 3 Wochen vor Reisebeginn.

Reisedaten:

Termine 2021
03.04. – 09.04. Termin leider ausgebucht

Reisepreis: 820 €
EZ – Zuschlag: 190 €

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