Literarisch Reisen
in Mittel-Osteuropa / Tschechien / Böhmische Bäder / Karlsbad /
Franzensbad / Marienbad

Marienbader Elegien
Mit Dichtern unterwegs im böhmischen Bäderdreieck

Eine Landschaft wie aus Seide. Die beschwingte Region des böhmischen Bäderdreiecks war einst die Riviera Mitteleuropas. Auch viele Dichter suchten hier Heilung und Anregung für ihre Werke. Aber vor allem  Johann Wolfgang von Goethe machte die böhmischen Bäder zum Inbegriff eines humanen Lebensmodells, indem er voll Neugier und Enthusiasmus Natur und Kultur dieses Landstrichs erforschte und pries.  Erleben Sie das Bäderdreieck als unterhaltsame und spannende Literaturlandschaft. Wir folgen den Spuren der Dichter zu eleganten Schlössern, einsamen Kirchen und prächtigen Bibliotheken. Spaziergänge und Wanderungen von 5 bis 12 km, keine sportlichen Ambitionen. Aber bitte festes Schuhwerk!

Reisebegleiter
Der Journalist und Literaturkenner Arthur Schnabl aus Regensburg (siehe: LiterArthurHommage) und der kompetent-gelassene Touristiker und Dolmetscher Jiří Franc aus Klatovy begleiten die Reise.

 

Programm:

Sa.: Anfahrt. Treffpunkt Bahnhof Cheb / Eger, 16.00 Uhr. (z.B. Zug aus Nürnberg: 15.33 Uhr. – Genaues im Anschreiben)  Eine kurze Wanderung (3 km, flach) durch die sanfte Wiesen- und Teichlandschaft des Egerlandes bietet einen ersten Eindruck der Egerer Region und bringt uns nach Ostroh / Seeberg zu unserer gepflegten Pension zwischen Felsen, Fluss und Burg. Wir bleiben 3 Nächte.

 

So.: Eger – „Die Schauer der Geschichte“  Vormittags mit dem öffentlichen Bus nach Cheb / Eger, in eine der schönsten und wichtigsten böhmischen Städte.  Seit dem Mittelalter bildeten Eger und sein Umland eine historische Brücke zwischen Deutschland und Böhmen. Als Mittelpunkt lag es an der „Goldenen Straße“ genau zwischen Nürnberg und Prag. Immer noch läßt sich die Bedeutung dieser Stadt an seiner erstaunlich gut  erhaltenen historischen Bausubstanz ablesen. Das „Pachelbelhaus“, in dem Wallenstein ermordet  wurde, kann es mit jedem italienischen Stadtpalast aufnehmen. Und eindrucksvoll ist auch die archaische Wucht der Pfalzkapelle Kaiser Barbarossas. Zwei ideale Kulissen für unsere literarische Stadtwanderung zwischen Johannes von Tepl, Schiller und Goethe. Am Nachmittag wandern wir in Egers heiterer Umgebung zu einem eindrucksvollen Egerländer Hof, der heute als Jausenstation dient. (4 km, flach)

Mo.: Franzensbader Naturdenkmale. Im kleinen Franzensbad hat sich die Atmosphäre der Biedermeierzeit am besten erhalten. Hier kann man noch beschaulich in den weitläufigen Landschaftsparks schlendern und sich hoffentlich nicht so langweilen, wie zu ihrer Zeit die Dichterin Marie v. Ebner-Eschenbach. Von hier aus erforschte Goethe voller Neugier die Naturdenkmale der Umgebung: das bemerkenswerte Mineralienmoor Soos, den Amerika-Teich und vor allem den Vulkan Kammerbühl, an dem er seine geologischen Thesen überprüfte. Lange im Gestrüpp vergessen, ist heute der Eingang des Grabungsstollens wieder zugänglich. Der Höhepunkt unserer Exkursion aber ist eine „Faust“-Aufführung im Herzen des Vulkans. Das alles erleben wir auf einer vielfältigen Wanderung durch die Egerer Teichlandschaft. (11 km, flach) Am Abend einige Geschichten tschechischer Autoren wie Milan Kundera und Jaroslav Seifert.

Di.: Elbogen und zeitlose Schlösser. Weiterfahrt ins zauberhafte Städtchen Loket / Elbogen, wo wir zwei Nächte am historischen Marktplatz logieren. Ein „Landschaftskunstwerk“, so resümierte schon 1820 Goethe die Schönheit dieses über der Eger thronenden Ortes. Vorher lockt aber noch eine Überraschung: ein Schloss zwischen Verfall und Wiedergeburt, das Goethes These von der „Metamorphose aller Dinge“ aufs Schönste bestätigt. In Hřebeny / Hartenberg vollbringen Privatleute gerade ein Wunder: mit Hilfe internationaler Jugendgruppen bauen sie das Schloss der Grafen Auersberg wieder auf, in dem einst große Feste gefeiert wurden, so auch der Geburtstag Goethes. Eine Führung durch diese „Baustelle“ bleibt unvergesslich. In Elbogen dann viel Zeit, um den Zauber dieses Ortes auf eigene Faust zu erkunden. Abends eventuell ein Treffen mit dem tschechischen Historiker und Archivdirektor Milan Augustin, der sich intensiv mit den deutsch-tschechischen Beziehungen beschäftigt.

Loket / Elbogen oberhalb der Eger: "Ein Landschaftskuntwerk" nannte die Stadt schon J.W.v.Goethe

Loket / Elbogen oberhalb der Eger: „Ein Landschaftskuntwerk“ nannte die Stadt schon J.W.v.Goethe

 

Mi.: Karlsbad – „Wo die Welt Heilung sucht“. Am Ufer der Eger entlang, vorbei an den sagenhaften Hans-Heiling-Felsen, wandern wir nach Karlsbad (12 km, flach, am Ende kurzer Anstieg). Nach dem stillen Loket ist der mondäne, großstädtische Badeort eine faszinierende Erfahrung. Schon seit der Zeit Karls IV. suchen hier die Mächtigen und Reichen an den heißen Quellen Heilung.  Und zwar erfolgreich, wie Goethes Hymnen auf den „Sprudel“ belegen. Unsere anekdotische Stadtführung mit all den köstlichen Geschichten, die hier „sprudelten“, endet beim berühmten Hotel Pupp mit seinen süßen Köstlichkeiten und beim heruntergekommenen „Kaiserbad“, einem der eindrucksvollsten Wellnesstempel der Habsburger Monarchie.

Do.: Über den Kaiserwald zu Klöstern und Kirchen . Allein schon die Fahrt durch den Kaiserwald mit seinen einsamen Dörfchen ist ein besonderes Landschaftserlebnis. Wir halten beim Kloster Tepl, der kulturellen und religiösen Urzelle der Region und besichtigen die wiederhergestellten Stiftsräume samt Bibliothek und Kirche. Nach einer Mittagspause in einer sympathischen kleinen Pivnice wandern wir durch Wiesen und Wälder zu einer vergessenen, dem Hl. Bartholomäus geweihten Dientzenhofer-Kirche ins einsame Pistov (7 km, leichte Anstiege), mit hochinteressanten volkstümlichen Barockmalereien des Egerländer Barockmalers Elias Dollhopf. Und wenn uns der Genius Loci des Hl. Bartholomäus gewogen ist, erwartet uns dort eine außergewöhnliche Begegnung an eines Dorfschullehrers Grab mit Christian Morgenstern. Am Ende fahren wir beschwingt weiter nach Kynžwart / Königswart zum Schloss des Fürsten Metternich, wo wir standesgemäß in der Remise logieren, wie einst die Kutscher und Pferde. (2 Nächte)

Fr.: Marienbader Elegien. Gemächlich geht es mit dem Zug nach Marienbad, ins poetische Herz des böhmischen Bäderlandes. „Ganz in Gold und Grün gehalten“, wie Jaroslav Seifert, der tschechische Literaturnobelpreisträger schreibt. Natürlich besuchen wir die weitgehend authentischen Goethe-Räume im Haus „Goldene Traube“ und hören dort von Liebeslust und Liebesleid. Und am Goethe-Denkmal werden wir vor den strengen Augen des Meisters bei einer kleinen Theateraufführung unsere eigene Schauspielkunst zu beweisen haben. Dann haben Sie noch Zeit, diesen bezaubernden Kurort zu entdecken, in dem sogar Franz Kafka für „einige Tage glüchlich war“, wie er schrieb. Am Ende schlendern wir durch den Kurpark zur Bushaltestelle und fahren heim. Am Ende vertreiben wir unsere elegischen Abschiedsgefühle mit einer urkomischen Dichterlesung von Mark Twain bis Helmut Qualtinger.

Sa.: Metternichs Schloss: Eleganz und Reaktion. Rückfahrt. Bevor wir uns von Böhmen verabschieden, besuchen wir natürlich noch das Metternich-Schloss. Politisch mag man von diesem Reaktionär wenig halten, aber gegen seinen Geschmack läßt sich nichts sagen. Nicht protzig, sondern zurückhaltend elegant wohnte der Beherrscher Österreichs. Und das Naturalienkabinett des Henkers Carl Huß beweist, dass der Surrealismus keine Erfindung des 20. Jahrhunderts ist. Dann aber wartet schon der Bus, der Sie bis spätestens 12 h zum Bahnhof der Grenzstadt Cheb bringt. Von dort fahren Züge zum Beispiel nach Nürnberg (ab 13.38 h, an 15.22 h). Aber auch nach Prag, falls Sie vielleicht noch ein paar Tage in einer der schönsten Städte Europas verbringen möchten? Schauen Sie auf unsere Seite: Prag hautnah.

Reiseleitung: Arthur Schnabl und Jiří Franc
Siehe auch die LiterArthurHommage in der TAZ, 20.4.2014

Leistungen

  • 7 Übernachtungen mit Halbpension (Zimmer mit Dusche/WC)

  • 2 engagierte und kompetente Begleitpersonen
  • alle Fahrten ab und bis Cheb
  • Wanderführungen, Kulturprogramm, Lesungen
  • ausführliches Karten- und Infomaterial
  • Eintrittskarten

 

Maximalzahl der Mitreisenden: 18 || Mindestzahl der Mitreisenden: 8

Bei gelbem Punkt („ noch wenige Plätze frei“) findet die Reise sicher statt. Um Ihnen (und Reiseleitern und Hotels) Planungssicherheit zu geben, informieren wir Sie möglichst frühzeitig, sobald wir absehen, dass wir die Mindestzahl evtl. nicht erreichen. Meist wird dies 2-3 Monate vor Reisebeginn sein. Unsere letzte Rücktrittsmöglichkeit bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl ist 3 Wochen vor Reisebeginn.

Reisedaten:

Termine 2021
24.04. – 01.05. Termin leider ausgebucht
21.08. – 28.08. Es gibt noch freie Plätze

Reisepreis: 975 €
EZ – Zuschlag: 190 €

Frei = Frei Restplätze = Restplätze Ausgebucht = Ausgebucht

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Alle Fotos copyright Arthur Schnabl. Zum Vergrößern einfach auf Foto klicken

Der Meister in elegischer Stimmung: Goethe-Denkmal in Marienbad

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Die Grenzstadt Eger mit dem Symbol der Stadtfreiheit, dem Ritter "Wastl"

Die Grenzstadt Eger mit dem Symbol der Stadtfreiheit, dem Ritter „Wastl“

 

Wanderung nach Franzensbad

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Entzückend langweilig: Franzensbad mit seiner klassizistischen Bäderarchitektur

Entzückend langweilig: Franzensbad mit seiner klassizistischen Bäderarchitektur

Das Naturreservat Soos, ein Mineralienmoor bei Franzensbad

Das Naturreservat Soos, ein Mineralienmoor bei Franzensbad

 

"Sei´s wie es sei: der Teufel war dabei!" Faustaufführung auf dem Kammerbühl

„Sei´s wie es sei: der Teufel war dabei!“ Faustaufführung auf dem Kammerbühl

 

Schloss Mostov. Vergessener Jugendstil

Schloss Mostov. Vergessener Jugendstil

 

Wir wandern auf der alten Egerpromenade von Loket nach Karlsbad

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Am Fuss des Kaiserwaldes: die Hans Heiling-Felsen. Romantik pur.

Am Fuss des Kaiserwaldes: die Hans Heiling-Felsen. Romantik pur.

 

Karlsbad. Blick vom Hotel Thermal auf das Kurzentrum

Karlsbad. Blick vom Hotel Thermal auf das Kurzentrum

 

Wellness zur Kaiserzeit: Das "Kaiserbad" in Karlsbad

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Das Prämonstratenserkloster Tepl: Romanik und Barock

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Wo einst die Prämonstratenser aßen: Barockes Refektorium von Kloster Tepl

Wo einst die Prämonstratenser aßen: Barockes Refektorium von Kloster Tepl

Ein vergessener Schatz der Volksfrömmigkeit: die Fresken von Elias Dollhopf in der Kirche von Pistov

Ein vergessener Schatz der Volksfrömmigkeit: die Fresken von Elias Dollhopf in der Kirche von Pistov

Ein ästhetisches Wunder: die Kolonade von Marienbad

Ein ästhetisches Wunder: die Kolonade von Marienbad

Reiseleiter Jiří Franc beim traditionellen Oblatenessen

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Zu Besuch bei Goethe: Originalzimmer im Weißen Lamm

Zu Besuch bei Goethe: Originalzimmer

 

Klassizistische Ästhetik: das Metternich-Schloss Kynzvart

Klassizistische Ästhetik: das Metternich-Schloss Kynzvart

 

Klassizistische Ästhetik: das Metternich-Schloss Kynzvart

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