Reisedaten:
Termine 2026
04.07. – 11.07. 
Reisepreis: 1.195 €
EZ – Zuschlag: 190 €
= Frei
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Alle Fotos copyright Arthur Schnabl. Zum Vergrößern einfach auf Foto klicken
Waldhäuser| Bayerischer Wald | Böhmerwald | Alfred Kubin | Hans Carossa |
Reinhold Koeppel | Heinz Theuerjahr
Kunst in der Wildnis. Sommerstunden in Waldhäuser
Das Dörfchen Waldhäuser am Fuß des Lusen thront wie ein Adlernest über dem Bayerischen Wald. An klaren Abenden sieht man von hier die Kette der Alpen wie mit der Schere ausgeschnitten. Herrliche Wege führen auf den Lusen oder hinüber in der Böhmerwald. Ein Ort, an dem man zu sich selber kommen kann. Und unser Quartier, der alte Draxlerhof, unterstützt diesen Wohlfühl-Zustand. Rustikal und gemütlich kann man hier die Tage verbringen. Und abends treffen wir uns zum Lesen, Plaudern und Trinken in der Stube, und Jetti, die kunstbegeisterte Wirtin, wird uns von „ihren“ Künstlern erzählen. Denn dieser kleine Ort war eine Art bayerisches Worpswede, wo sich Maler und Schriftsteller trafen. Alfred Kubin, Hans Carossa, Reinhold Koeppel, Siegfried v. Vegesack und der große Tierbildhauer Heinz Theuerjahr inspirierten sich an der urwüchsigen Atmosphäre des Bayerwalddorfes. Selbst Friedrich Nietsche suchte im nahen Klingenbrunn nach neuer „Erdung.“ Das schönste Erbe dieser Künstlerszene ist jedenfalls Theuerjahrs Figurengarten, der immer noch frei zugänglich ist. So können wir hier eine Reise anbieten für alle, die Kunst und Natur lieben.
Reisebegleiter: Arthur Schnabl
Über die Schönheit dieser besonderen Region im Winter hat Arthur Schnabl einen Artikel geschrieben:
Arthur Schnabl, Winterwanderung in Waldhäuser, FAZ, 01.02.2024
Programm:
Sa.: Treffen am Bahnhof Spiegelau. Ca. 17.00. Schon die Anfahrt ist ein Genuss: denn Sie erleben eine der schönsten Bahnstrecken Bayerns, die Sie aus dem flachen Donauland in die Berge des Bayerischen Waldes bringt. Von Plattling bringt Sie die Waldbahn über Zwiesel (dort umsteigen) zum Bahnhof von Spiegelau, wo Sie von uns abgeholt werden. (Genaues im Anschreiben.) Wir wohnen die ganze Woche im gemütlichen Draxlerhof von Jetti und Karl Braumandl in Waldhäuser. Wie ein Adlerhorst liegt er über dem Vorwald und ermöglicht manchmal sogar den Blick auf die Alpenkette. (Siehe Foto). Unser Abendessen nehmen wir gleich nebenan im Cafe Guldensteig von Frau Janka ein.
So.: Die Arche auf dem Lusen. Unser Quartier, der alte Draxlerhof, liegt ideal, um den Lusen zu besteigen, den mythischen Teufelsberg. Und erfreulicherweise hat man es selbst in der Hand, wie man auf den Gipfel kommen will. Entweder beschaulich auf dem gebundenen Erschließungsweg (einfacher Anstieg, hin und zurück 10 km). Reizvoller aber ist es gewiß, den alten „Böhmweg“ zu gehen (14 km, Trittsicherheit erforderlich), einen Wildweg an der tschechischen Grenze, der am Ende über eindrucksvolle Granitblöcke auf den Gipfel führt. Unterwegs sehen wir dann auch die „Glasarche“, ein bayerisch-tschechisches Kunstprojekt. Und auf dem Gipfel wird uns das Bier im Lusenschutzhaus ganz besonders schmecken.
Für den Nachmittag planen wir einen Besuch im Atelier des Grafikers und Bildhauers Heinz Theuerjahr. Waldhäuser war ein außergewöhnliches bayerisches Worpswede. Immer wieder kamen Weltflüchlinge und Künstler in dieses entlegne Holzhauerdorf. Bei dem Maler Reinhard Koeppl trafen sich Künstler und Autoren wie Alfred Kubin und Hans Carossa. Nach dem 2. Weltkrieg zog ein ganz spezieller Künstler zu, der Tiergestalter Heinz Theuerjahr. Immer noch kann man sein ehemaliges Atelier besichtigen, das von Theuerjahrs Familie liebevoll betreut wird. Auf alle Fälle kann man den Skulpturengarten besichtigen, den er seinen Metalltieren gewidmet hat.
„Hier ist außer den endlos gebreiteten Wäldern nur eine arme Gegend. Aber welche Majestät der Natur! „(Alfred Kubin über Waldhäuser)
Mo.: Der Nationalpark Bayerischer Wald war der erste deutsche Nationalpark. Zusammen mit dem benachbarten tschechischen Nationalpark Šumava bildet er die größte zusammenhängende Waldfläche Mitteleuropas. Vom Draxlerhof aus ist es auch ein Leichtes, in das attraktive Tierfreigelände des Nationalparks zu gelangen. Gut gepflegte Wanderwege führen bis zum NP-Zentrum, dem Hans-Eisenmann-Haus. (6 km, vorwiegend flach) Dort gibt es zahlreiche Möglichkeiten und Rundwanderwege, die zu den verschiedenen Freigehegen führen. Bei schlechtem Wetter bietet das großzügige Infozentrum Bibliothek, Filmstudio und interaktive Ausstellungen an. Zurück fahren wir mit dem öffentlichen Bus. Lauffreudige können den Rückweg aber auch auf schönen Pfaden gehen (5 km).
Di: Das große Moor: Wanderung zwischen Riedlhütte und St. Oswald. Unterhalb von Waldhäuser ersteckt sich das größte Moorgebiet des Bayerischen Waldes: der „Große Filz“ und der „Klosterfilz.“ Eine Wanderung durch die tauglitzernden Wiesen und über die markanten Bohlenstege entlang des Triftkanals und alter Goldgräberhügel wird zu einem bleibenden Eindruck. (8 km, vorwiegend flach) Am Ende gelangen wir in das hübsche St. Oswald mit seinem Benediktinerkloster und seinem hochinteressanten Waldmuseum, das vor allem den Menschen dieser Region gewidmet ist. Von dort mit dem öffentlichen Bus nach Waldhäuser zurück.
Geplant ist auch ein Besuch beim Maler Herbert Muckenschnabl. Nicht weit von Waldhäuser wohnt ein interessanter Künstler, der Maler und Grafiker Herbert Muckenschnabl. Seine farbkräftigen Gemälde verbinden Realität und Abstraktion zu ruhiger Harmonie. Eine 4 km lange und bequeme Wanderung führt uns durch den Vorwald in das Dörfchen Schönanger, wo der Künstler wohnt und sich auf unseren Besuch in seinem Atelier freut. Wenn er nicht gerade eine Ausstellung plant.
Mi.: Das Glas sucht neue Wege – im ehemaligen Glasort Frauenau. Über Jahrhunderte war die Kunst der Glasherstellung der Stolz der „Waldler“. Zahlreiche Glashütten entwickelten aus dem primitiven grünen Waldglas anspruchsvolleste Glaskunst vom Jugendstil bis zur modernem Art-glas-Bewegung. Leider ist diese Tradition seit der Schließung der letzten großen Poschinger-Hütte in Frauenau zum Erliegen gekommen. Ein grandioses Glasmuseum gedenkt dieser alten, für das Selbstbewußtsein der Menschen so wichtigen Kunst, ist aber letztlich doch nur ein prächtiger Sarkophag für diese vergangene große Zeit. Dennoch suchen GlaskünstlerInnen nach neuen Wegen, und neugierig, wie wir sind, versuchen wir einige ihrer Ateliers im ehemaligen Poschinger-Werksgelände zu besuchen.
Do.: Bezaubernde Glas-Lichtung Buchenau. Ein besonderer Ort ist die Waldlichtung Buchenau bei Zwiesel. Schöner können Wiesen und Häuser gar nicht liegen. Und am Rand residiert ein entzückendes kleines Schlösschen. Einst gehörte es den Glas-Freiherren Poschinger. Dann kaufte es eine ganz besondere Frau, die Kochbuchautorin Erna Horn und verwandelte es in ein Spiegelbild ihrer Selbst. Von der Versuchsküche bis zu den Rokkokozimmern ist alles im Original erhalten. Heute kümmert sich ein rühriger Verein um das Anwesen. Wir fahren mit Bus und Bahn und dann wandern wir 7 km durch die alten Wälder der Freiherrn Poschinger, um dem Schloss einer Köchin einen Besuch abzustatten.
Fr.: Verschwundene böhmische Dörfer. Einen ganz eigentümlichen Zauber übt die melancholische böhmische Grenzregion auf den Besucher aus. Wo sich einst bayerische und böhmische Dörfer die Hand reichten, war die Welt ab 1945 für beide Seiten zu Ende. Doch was damals unzugänglich und verschlossen war, ist heute eine der schönsten Wanderstrecken zwischen Bayern und Böhmen. Bei Bucina / Buchwald wandern wir auf uralten Grenzwegen durch eine vergessene Landschaft aus Wiesen und Wäldern. Von der einstigen Besiedlung sind nur Mauerreste und ein anrührender alter Friedhof geblieben. Und glücklicherweise das ehemalige Forsthaus von Fürstenhut, wo man heute eine herrliche Wanderjause machen kann (Blaubeerknödel!). Zurück geht es dann auf die bayerischen Seite über die „Teufelshäng“. Wer keine Lust auf diese Wanderung hat (insgesamt 10 km, flach, ein leichter Anstieg am Ende), der kann den Tag auch sehr schön im attraktiven Freilichtmuseum Finsterau verbringen, das wie ein altes Bauerndorf gestaltet ist.
Sa.: Der Abschied von Waldhäuser fällt schwer. Wir bringen Sie zur Waldbahn nach Spiegelau (Ca. 10.15) Sie fährt nach Plattling (Ankunft ca. 12.00), wo Sie Anschlüsse nach München, Nürnberg, Passau und Regensburg bekommen.
Am Ende noch ein Spruch unserer Wirtin Jetti Braumandl in Corona-Zeiten: „Die Natur hat immer offen. Und wenn´s ihr eure Augen auch offen habts, wirds scho passn.“
Literarische Reisen für heutige Zeit, Nr. 53 – Noch ist es gar nicht lang her: Arthurs Reise nach Waldhäuser in die damalige Corona-Realität. Daraus ist unsere heutige Waldhäuser-Reise entstanden 🙂
Leistungen
- 7 Übernachtungen mit Halbpension
(alle Zimmer mit Dusche/WC)
- engagierte und kompetente Reisebegleitung
- Alle Fahrten laut Programm
- Wanderführungen, Lesungen, Eintrittskarten
- Ausführliches Karten-, Lese- und Infomaterial
Mindestteilnehmerzahl 6 || Maximalzahl der Mitreisenden: 18
Bei gelbem Punkt (d.h. „nur noch wenige Plätze frei“) rechts neben Reisetermin findet die Reise sicher statt. Um Ihnen (und Reiseleitern und Hotels) Planungssicherheit zu geben, informieren wir Sie möglichst frühzeitig, sobald wir absehen, dass wir die Mindestzahl evtl. nicht erreichen. Meist wird dies 2-3 Monate vor Reisebeginn sein. Unsere letzte Rücktrittsmöglichkeit bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl ist 3 Wochen vor Reisebeginn.
Reisedaten:
Termine 2026
04.07. – 11.07. 
Reisepreis: 1.195 €
EZ – Zuschlag: 190 €
= Frei
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