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In Nepomuks Land – Eine fünf-Sterne-Reise
Eine bezaubernde Region und doch kaum vom Tourismus entdeckt: das ist die westböhmische Umgebung von Pilsen. Als hätte Pilsen nicht allein schon genug an Kulturschätzen, mit seiner großen Synagoge, seinen außerordentlichen Design-Wohnungen von Adolf Loos oder seinem vergnüglichen Puppenmuseum. Tatsächlich ist die Industriestadt Pilsen eine der großen Heimstätten der tschechischen Marionettentradition.
Aber nein: auch die Umgebung von Pilsen reizt zur Entdeckung. Prachtvolle Schlösser, versteckte Kirchen und romantische Flusstäler: Kultur und Natur verbinden sich hier wie von selbst zu dem, was man „Böhmisch“ nennt. Architektur von Dientzenhofer bis Adolf Loos, Musik von Jan Jakub Ryba bis Joseph Haydn und Literatur von Karel Čapek bis Špejbl und Hurvínek. Und in der Mitte ein Kloster wie ein Palast, das Zisterzienserkloster in Plasy, das später zum Hauptsitz der Familie des berühmten österreichischen Kanzlers Clemens Metternich wurde.
Also eine bunte Reise, die direkt ins böhmische Herz führt. Schließlich ist hier auch Nepomuk zu Hause, der Heilige mit den fünf Sternen. Also auch eine Reise mit „fünf Sternen“.
Reiseleitung: Arthur Schnabl und Jiří Olišar
Programm:
Sa.: Treffpunkt Hbf. Pilsen. (Ca. 15.30; Genaues im Anschreiben) Dann mit Charterbus ins Städtchen Plasy. Wir wohnen in der Pension Rudolf und essen in der nahen Klosterbrauerei, wo man seit einigen Jahren wieder süffige Biere braut.
So.: Zisterzienser-Land und Fürstenpracht. Kloster und Schloss Plasy. Im abwechslungsreichen Hügelland nördlich von Pilsen liegt das Städtchen Plasy mit seinem alten Zisterzienserkloster. Kloster Plasy ist heute ein wichtiger Teil der europaweiten „Zisterzienster-Kulturlandschaft“, die 2024 mit dem „European heritage award“ ausgezeichnet wurde. Entsprechend viel gibt es da zu sehen und zu erfahren. Unter anderem über die Kunst, auf dem Wasser zu bauen. Im 19. Jahrhundert kaufte dann die bekannte Fürstenfamilie Metternich das Kloster und baute es zu ihrer Residenz um. Daher liegt hier in der Familiengruft auch der berühmt-berüchtigte Kanzler Clemens von Metternich.
Mo.: Ein Landschaftskunstwerk – Wandern um Rabštejn. Hochromantisch liegt der kleine Ort Rabštejn über dem Flüsschen Schnella. Burgruine, Kloster, Schloss und Fluss bilden ein Landschaftskunstwerk weit weg von jedem Tourismus. Eine reizende Zugfahrt bringt uns zum Dörfchen Žihle, von wo wir zehn Kilometer durch das schöne Hügelland der Schnella bis ins Felsendorf Rabstejn wandern. (Leichte An- und Abstiege). Dort fühlt man sich um wenigstens ein Jahrhundert zurückversetzt, wenn man zwischen den alten Schieferhäusern herumschlendert. Auch die beiden Friedhöfe, der christlich und der jüdische, tragen zu diesem Gefühl bei. Und wenn wir Glück haben, können wir unsere Mittaggspause in einem wunderbaren Terassengasthaus verbringen.
Di.: Barocke Welt im vergessenen Winkel. Im Norden Pilsens ist der Reichtum an barocken Städtchen und Schlössern überwältigend. Die Auswahl fällt schwer: wir haben uns für Chyše entschieden, schon weil hier der große tschechische Schriftsteller Karel Čapek Hauslehrer beim Grafen Lažanský war. Und weil wir das neu renovierte Familienschloss in einer heiter-informativen Privatführung mit der Hausherrin, Frau Marcela Lažanský erleben dürfen. Dass daneben auch noch die wiedereröffnete Brauerei der Familie Lažanský mit ihrem hervorragenden Bier und Essen eine gewisse Rolle spielt, wollen wir nicht verschweigen. Bevor wir aber nach Chyše kommen, machen wir noch einen kurzen Halt im Städtchen Manětín, wo uns eine überraschend reiche und raffinierte barocke Skulpturenwelt erwartet. Quasi als Abschied vom Zisterzienserland besuchen wir am späten Nachmittag noch die einsame Wallfahrtskirche Maria Stock in Skoky. Sie ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Ein Schatten jedoch, der tiefer berührt als das Strahlen der prächtigsten Barockkirchen. So einem Ort sollte man sich nur zu Fuß nähern, deshalb wandern wir ca. fünf Kilometer (flach) zu diesem wahrhaft spirituellen Ort mit seinem halbverschwundenen Friedhof.
Aber diese Nepomuken!
Von des Torgangs Luken gucken
und auf allen Brucken spuken
lauter, lauter Nepomuken! (Rainer Maria Rilke)
Mi.: Quartierwechsel nach Nepomuk. „Und auf allen Brucken spuken lauter lauter Nepomuken“, dichtete schon Rainer Maria Rilke. Es wird Zeit, das böhmische Herz schlagen zu fühlen. Und am stärksten schlägt es natürlich im Städtchen Nepomuk. Nepomuk ist das böhmische Dorf schlechthin, von der Welt vergessen, aber umarmt von sanften Hügeln. Nirgendwo ist Tschechien so böhmisch wie hier. Natürlich liegt das in erster Linie am Patron der Region, dem Heiligen Nepomuk, der hier geboren wurde. Aber vielleicht auch an unserer Unterkunft, der charmanten Hotelpension „U zelený strom“ (Zum grünen Baum), in der es besonders geruhsam und gemütlich zugeht. Am späten Vormittag erfahren wir, wie aus dem kleinen Jan aus Pomuk der Heilige Nepomuk werden konnte. Am Nachmittag wandern wir dann gemütlich (ca. 4 km, ein kurzer Anstieg) durch die reizende Umgebung des Ortes zum geschichtsträchtigen Schloss „Zelená Hora“ mit seinen vielen Geschichten: Sie reichen von der „Grünberger Handschrift“ bis zu den „Schwarzen Baronen“. Was es mit all diesen Geschichten auf sich hat, erfahren Sie dort.
Und am Abend eine Lesung mit Arthur Schnabl: liebenswerte und bösartige Texte zur böhmischen Provinz.
Do.: Lukawitz und die Erfindung der Symphonie. Ein Schlössertag voll Musik. Durch eine heitere Wiesen- und Seenlandschaft wandern wir nach Žinkovy, zum letzten Schloss der Industriellen-Familie Škoda (3 km, flach) Von den Wiener Theaterarchitekten Helmer und Fellner umgebaut, ist es so etwas wie das böhmische Neuschwanstein: eine romantische Inszenierung böhmischer Geschichte. Eine Immobilienfirma hat das ramponierte Prachtstück wiederbelebt und wir können es uns (wahrscheinlich) mit einer Führung ansehen. Nach einer Kaffeepause im ehemaligen Kutschenhaus geht es weiter in ein anderes, leider sehr ramponiertes Glanzstück böhmisch-österreichischer Geschichte, nach Schloss Dolní Lukavice, wo der junge Joseph Haydn neue musikalische Ideen entwickelte und sich in den Busen der Gräfin Morcin verguckte. Am Schlossteich hören wir seine erste Symphonie, die hier entstand. Und als wäre das nicht genug, begegnet uns auch noch Jan Jakub Ryba, der Komponist der berühmten böhmischen Weihnachtsmesse.
Am Abend: Eine kleine Einführung in die böhmische Musik: „Das Konservatorium Europas“ mit Beispielen von Zelenka bis Janacek.
Fr.: In Pilsen ist was Loos. Und endlich der Ausflug nach Pilsen. Diesmal nicht wegen des Biers. Denn in der berühmten Bierstadt verbirgt sich ein besonderer architektonischer Schatz: gutbetuchte Pilsner Geschäftsleute ließen sich ihre Stadtwohnungen von dem Wiener Design-Revolutionär Adolf Loos einrichten. Einige dieser Appartements können nun nach gründlicher Renovierung mit Führung besucht werden. Ein ungeahnter Einblick in die großbürgerlicher Avantgarde des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts. So was hat nicht einmal Wien zu bieten. Die Mittagszeit verbingen wir dagegen in einem Ambiente, das Adolf Loos bestimmt nicht gefallen hätte: in der „Beseda“, dem grandiosen Jugendstilkulturhaus der Stadt. Und danach haben wir noch viel Spass im Marionettenmuseum, wo uns die große tschechische Puppenspieltradition vor Augen geführt wird. Wie gesagt: In Pilsen ist was los.
Und am Abend: Tschechische Puppenfilme von Josef Skupa und Jiří Trnka.
„Der moderne mensch, der sich tätowiert, ist ein verbrecher oder ein degenerierter.“ Adolf Loos
Sa.: Heimfahrt.
Reiseleitung: Arthur Schnabl und Jiří Olišar
Leistungen
- 7 Übernachtungen (Zimmer mit Dusche/WC)
- mit Frühstück und 4x Halbpension
- 2 engagierte & kompetente Begleitpersonen
- alle Fahrten laut Programm
- Lese- und Gesprächsabende, Eintrittskarten
- Karten-, Lese- und Infomaterial
Mindestzahl der Mitreisenden: 7 || Maximalzahl der Mitreisenden: 18
Sobald wir absehen können, dass wir die Mindestteilnehmerzahl 6 nicht erreichen, informieren wir Sie. Im
Allgemeinen wird dies 2-3 Monate vor Reisebeginn sein.
Unsere letzte Rücktrittsmöglichkeit bei nicht erreichen der Mindestteilnehmerzahl ist 3 Wochen vor Reisebeginn.
Reisedaten:
Termine 2026
11.04. – 18.04. 
Reisepreis: 1.345 €
EZ – Zuschlag: 170 €
= Frei
= Restplätze
= Ausgebucht| Infoanforderung | Leistungen |
| Technische Infos | AGBs |
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Termine 2026
11.04. – 18.04. 
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Ein heruntergekommener Kulturort: Schloss Lukawitz, wo Joseph Haydn seine erste Stelle als Musikdirektor des Grafen Morcin hatte.
Eine große Überraschung: die Bierstadt Pilsen ist ein wichtiger Ort avantgardistischen Wohndesigns – dank Adolf Loos
Eine große Überraschung: die Bierstadt Pilsen ist ein wichtiger Ort avantgardistischen Wohndesigns – dank Adolf Loos
Das Puppenpsiel hat eine große Tradition in Tschechien: für viele arme Leute war es die einzige Möglichkeit, tschechischsprachiges Theater zu erleben


























