Reisedaten:
Termine 2026
25.04. – 02.05. 
Reisepreis: 1.270 €
EZ – Zuschlag: 150 €
= Frei
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Wiesen, Wälder und kleine Seen – die Vysočina ist ein herrliches Gebiet, um die Seele wandern zu lassen
Italienische und böhmische Bauideen verbinden sich in der mährischen Stadt Telc zu einem außergewöhnlichen Stadtkunstwerk
Zwischen Jesus und Eingemachtem: die irritierende Frömmigkeit des Ivan Martin Jirous, genannt „Magor“
Zeugnis großer, aber unangepasster Frömmigkeit: das Altarbild ist von dem Dichter und Maler Bohuslav Reynek
Ihrem berühmtesten Sohn, Gustav Nahler, hat die Stadt Jihlava ein beeindruckend lebendiges Museum gewidmet
Telč | Südmähren | Slavonice | Petrkov | Magor | Bohuslav Reynek | Underground
„Der Träume Landschaft“ Literarische Wanderungen auf den Böhmisch-Mährischen Höhen
Ruhig und intensiv: die Landschaft der Vysocina
So viele Entdeckungen und Überraschungen haben wir in dem stillen Hochland nicht erwartet, in dem sich Böhmen und Mähren verbinden. In den waldreichen Hügeln der Vysočina kann man beschaulich wandern, an Teichen sitzen und in den Dörfchen sein Bier trinken. Wiesen, Wälder und zahllose kleine Teiche formen diese Landschaft. Aber in diese lieblichen Naturbilder schmiegen sich kostbare Architektur-Perlen: zum Beispiel der UNESCO-Ort Telč oder die alten Städte Slavonice und Jihlava. Kein Wunder, dass sich hier auch gern eigenwillige Künstler aufhielten: Franz Kafka, Bohuslav Reynek, František Halas oder der Underground-Poet Magor. Auch bedeutende Musiker wie Johann Stamitz oder Gustav Mahler kommen aus diesem Landstrich, der seine Geheimnisse nur dem preisgibt, der offen ist für das wirklich Besondere.
Reisebegleitung: Arthur Schnabl & Jana Návratová
Programm:
Sa.: Anreise. Über Prag oder Wien nach Jihlava Bhf. Treffzeit ca. 18.00 (Genaueres im Anschreiben) Von dort bringen wir Sie mit einem Charterbus bequem nach Telč. Alternativ mit dem Flixbus direkt aus München. Wir bleiben die ganze Woche in unserem gemütlichen Quartier in Telč.
So.: Die Rose im Wasser – Weltkulturerbe Telč. Als würde sie auf dem Wasser schwimmen, so viele Teiche umgeben die Stadt. Tatsächlich wird der bezaubernde Ort oft mit einer Seerose verglichen. Von den kunstsinnigen Herren von Neuhaus nach italienischen Renaissance-Vorbildern ausgebaut, zeigt der große Markplatz aber auch ein vielfältiges barockes Gesicht. Im Schloss jedoch herrscht bis heute der freie Geist der Renaissance, der sich vor allem in den außerordentlichen Deckenschnitzereien des „Goldenen Saales“ spiegelt. Durch die weltoffenen Herren von Neuhaus wurde Telč zu einer wichtigen Bastion für die religiösen Freiheiten, die dann erst durch die neuen Herren Slawata wieder eingeschränkt wurden. Von so viel Kunst und Geschichte erholen wir uns am Nachmittag auf einem gemächlichen Spaziergang durch die bezaubernde Wasserlandschaft, die sich um die Stadt wie ein schützender Arm legt. (3 bis 4 km, flach).
Am Abend eine Lesung mit Renaissance-Musik und Literatur, gestaltet von Arthur Schnabl
Mo.: Underground in der Provinz – Magors Welt. „Magor“, also einen „Verrückten“, nannten ihn seine Freunde, darunter auch Václav Havel. Ivan Martin Jirous war ein politisch und moralisch Unangepasster, der sein freies Künstlerleben oft mit Gefängnis und Krankheit bezahlte. Ein Poet zwischen wüster Sinnlichkeit und tiefer Gläubigkeit. Am besten lernt man ihn auf einer schönen Wiesenwanderung (flach, leichte Anstiege, 12 km) zu seinem verfallenen Bauernhof im Dörfchen Prostřední Vydří kennen, wo er ein Hippie-Leben zelebrierte, als so etwas längst aus der Mode gekommen war. Seine Tochter Františka Jirousová hat dem wild-verlotterten Hof inzwischen ein neues spirituelles Leben eingehaucht. Wir kennen den Stein, unter dem die Schlüssel zu diesem wilden, kompromisslosen Leben liegen. Danach werden wir noch Magors anrührendes Grab auf dem Friedhof im Nachbardorf besuchen.
„Im Leben Herr ich nie dich sah / doch wenn es dich gäbe? “ (Magor)
Di: Wo Kafka Ferien machte. Die Schönheiten der Provinz. Mit dem Zug geht es nach Třešť, wo Franz Kafka bei seinem Onkel, dem Landarzt Siegfried Löwy, ebenso gern wie vergnügt Ferien machte. Die Spuren des berühmten Schriftstellers finden wir noch in der Synagoge, und auch an der ehemaligen Arztpraxis von Siegfried Löwy erinnert eine Büste an seine Besuche. Nebenan im sog. „Schumpeterhaus“ lädt dananch das Stadtmuseum zu einer Besichtigung seiner großen, in ganz Tschechien berühmten Krippensammlung ein. Und am Ende, wenn wir schon wieder weiterfahren wollen, stellt sich dann auch noch ein beliebter Kinderfreund ein, der nicht nur uns, sondern die ganze Welt mit seiner Melone verzaubern konnte. Aber wir steigen schon vorher bei der Station Hodice aus, wo ein ehemaliger Lokführer ein putziges Mini-Bahnmuseum eingerichtet hat. Das eigentliche Ziel unserer Wanderung (8 km, flach) ist die idyllische Quelle der mährischen Thaya, die hier zwischen Wiesen und Erlen ihr sprudelndes Leben beginnt.
„Ich fahre viel auf dem Motorrad, ich bade viel, ich liege lange nackt im Gras am Teiche …“ (Franz Kafka über seine Zeit in Třešť)
Fast wie eine Seerose im Wasser, so schwimmt Telc zwischen seinen Teichen
Mi: Slavonice – die stehengebliebene Zeit. Eine reizende Zugfahrt bringt uns ans Ende der Welt, in einen vergessenen Zipfel Mährens direkt an der österreichischen Grenze. Solche Abgeschiedenheit kann auch sein Gutes haben, wie hier im Fall des anmutigen Städtchens Slavonice / Zlabings. Direkt an der Grenze gelegen, stand die Zeit hier lange still. So hat sich der Renaissance-Charakter des Ortes noch besser erhalten als in Telč. Auch, weil die kunstvollen Sgraffito-Hausfassaden erst in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wiederentdeckt und restauriert wurden. Heute erzählen sie uns antike und biblische Geschichten. Aber das Ende der Welt liegt noch drei Kilometer außerhalb der Stadt in dem kleinen Weiler Mariz. Hübscher kann so ein Ende eigentlich nicht sein. Inmitten einer vielgestaltigen Teichlandschaft liegt eine melancholische Schlossruine. Gleich daneben aber hat sich das Leben in Form einer Keramikwerkstatt niedergelassen, in der phantasievoll-fröhliche Tongefäße gefertigt werden.
Do: Mährische Genies für Wien – Jihlava/Iglau und Brtnice. Gleich der zwei Genies, die Wien erst zu dem machten, was es heute ist, stammen aus der Vysocina: der Komponist Gustav Mahler und der Jugendstilkünstler Josef Hoffmann. Gustav Mahler stammt aus der alten Bergbau-Stadt Iglau. Und Josef Hofmann ist nur zehn Kilometer davon im kleinen Brtnice geboren. Unser Iglauer Stadtbummel führt durch alte Renaissancehöfe zu der geheimnisvolle Franziskanerkirche mit ihrem modernen Altarbild von Bohuslav Reyneck. Später besuchen wir das Gustav-Mahler-Haus, das uns Leben und Werk des berühmten Komponisten in einer exzellenten multimedialen Ausstellung präsentiert. Als passende Ergänzung zum musikalischen Werk Mahlers besuchen wir am Nachmittag auch das Geburtshaus des Jugendstil-Designers Josef Hoffmann im Städtchen Brtnice, das von der Mährischen Galerie in Brünn und vom MAK Wien in einer vorbildlichen Zusammenarbeit betrieben wird. Ein europäischer Designer aus der mährischen Provinz.
Fr: Verfangen in den Schlingen der Thaya – Wanderung von oder nach Dačice Eine entzückende Flusswanderung haben wir uns für den letzten Tag aufgehoben. Bei Dačice windet sich die junge Thaya so lebhaft wie eine Ringelnatter. Alte Mühlen und Steinbrüche säumen ihren Lauf und sorgen für Abwechslung. Am Ende landen wir in der Stadt des Zuckerwürfels, der hier auch sein Denkmal hat.
Sa.: Abreise: Entweder bringen wir Sie nach Jihlava zum Zug oder Sie fahren mit dem Flixbus direkt aus Telč nach München.
Leistungen
- 7 Übernachtungen mit Frühstück
(alle Zimmer mit Dusche/WC)
- engagierte und kompetente Begleitpersonen
- alle Fahrten laut Programm
- Wanderführungen, Lesungen, Eintrittskarten
- Infomaterial
- und etwas ganz Besonderes: ein extra für diese Reise von unserem Literaten Arthur zusammengestelltes Lesebuch
Maximalzahl der Mitreisenden: 18 || Mindestteilnehmerzahl 7
Bei gelbem Punkt (d.h. „nur noch wenige Plätze frei“) rechts neben Reisetermin findet die Reise sicher statt. Um Ihnen (und Reiseleitern und Hotels) Planungssicherheit zu geben, informieren wir Sie möglichst frühzeitig, sobald wir absehen, dass wir die Mindestzahl evtl. nicht erreichen. Meist wird dies 2-3 Monate vor Reisebeginn sein. Unsere letzte Rücktrittsmöglichkeit bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl ist 3 Wochen vor Reisebeginn.
Reisedaten:
Termine 2026
25.04. – 02.05. 
Reisepreis: 1.270 €
EZ – Zuschlag: 150 €
= Frei
= Restplätze
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